3 Wege, sich als Junior den Respekt Ihrer Mitarbeiter garantiert zu verscherzen

3 Wege, sich als Junior den Respekt Ihrer Mitarbeiter schnell zu verscherzen

Ich habe meine Ausbildung in einem Familienunternehmen mit ungefähr vierzig Mitarbeitern gemacht. Dem Senior-Chef gehörte schon damals meine ganze Bewunderung. Er war nicht nur ein feiner Mensch, der mit seinen Mitarbeitern einen sehr wertschätzenden Umgang pflegte. Er war auch äußerst innovativ und damit erfolgreich. Von uns Mitarbeitern wurde er zutiefst geachtet und respektiert. Und wenn Sie mich nach einem Vorbild als Chef fragen: Er wäre es gewesen!

Richtig spannend wurde es für mich jedoch, als sein Sohn ins Unternehmen kam

Ich erinnere mich noch genau. Es war ein extrem heißer Sommertag, als der Junior durch die Firmentür schritt. Und da stand er: in rosafarbenen Boxershorts, ausgeleiertem T-Shirt und grünen Flip-Flops an den Füßen.

Ich dachte ich halluziniere!!!

Klar, dass unter uns Mitarbeitern sofort getuschelt und gelacht wurde: So jemanden konnte man unmöglich als Chef ernst nehmen!!!

Mussten wir aber. Denn als Junior war er für uns quasi „Chef per Geburt“.

Den Vorschuss von uns Mitarbeitern, die ihn teilweise schon als kleinen Hosenmatz kannten, hatte er im Nu verspielt.

Wie konnte er sich als Junior bei uns nur so schnell so unbeliebt machen? Es waren vor allem diese 3 Fehler, die auch heute von Junior-Chefs noch gerne gemacht werden:

1. Sie behandeln Ihre Mitarbeiter „von oben herab“

Viele der früheren Chefs waren Patriarchen: Was sie sagten, war Gesetz. Kombinieren Sie diese Haltung mit einer Prise Überheblichkeit und Sie wissen, was ich meine. Das mag beim Senior-Chef, der das Unternehmen aufgebaut hat, noch funktionieren. Als Junior können Sie sich damit im Handumdrehen unbeliebt machen.

2. Sie bewegen sich als Junior in einem „Paralleluniversum“

Mein damaliger Junior-Chef kam und ging wann er wollte. Man wusste nie, wann er im Haus war oder ob er überhaupt kam. Man konnte einfach nicht mit ihm rechnen und hatte das Gefühl, dass ihm alles egal war. Das erschwerte die Zusammenarbeit ungemein. Mit der Zeit hatten wir uns daran gewöhnt und es war uns lieber, wenn er durch Abwesenheit glänzte.

3. Sie wissen als Junior alles besser

Egal, woran wir damals gerade arbeiteten, unser Junior wusste es besser. Immer. Obwohl er von den meisten Dingen schlichtweg keine Ahnung hatte. Wenn er wenigstens gefragt hätte, wie es bisher gemacht wurde und warum. Deshalb stießen seine Ideen selten auf Gegenliebe. Schade drum, denn die eine oder andere wäre sicher hilfreich gewesen.

Für mich war schon damals klar: Sollte ich jemals ein Familienunternehmen übernehmen: So darf ich es als Junior auf keinen Fall machen! Denn:

Erfolg ist immer Teamleistung

Und nur mit dem Engagement Ihrer Mitarbeiter können Sie als Junior das Familienunternehmen erfolgreich in die Zukunft führen. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander ist dazu der oft vergessene Schlüssel.