Wie Sie als Junior Ihren Standpunkt im Familienunternehmen klar vertreten

Wie Sie als Junior Ihren Standpunkt im Familienunternehmen klar vertreten

Einmal Kind – immer Kind? Auch wenn Sie inzwischen längst der Junior-Chef sind? Klar, ab einem bestimmten Punkt wurde früher in der Familie einfach das getan, was Mama oder Papa sagten. Ende der Diskussion, Widerspruch zwecklos.

Aber heute … im Familienunternehmen?

Da ist das häufig immer noch so. Egal, welche Ausbildung Sie haben, wie viel Erfahrung Sie mitbringen: Sie bleiben immer das Kind Ihrer Eltern. Und gerade das macht es für Sie als Junior so schwer, neue Ideen oder Ihren eigenen Standpunkt im Familienunternehmen durchzusetzen.

Plötzlich sind Sie immer noch der kleine Steppke

Deshalb passiert es leicht – und meist völlig unbemerkt –, dass Sie während einer Diskussion mit Ihrer Mutter oder Ihrem Vater plötzlich unsicher werden. Sie schrumpfen und fühlen sich wie der 6-jährige Steppke, der Sie mal waren.

Alle Ideen sind wie weggeblasen. Und Ihr Selbstvertrauen gleich mit

Ihren eigenen Standpunkt dann noch mit Nachdruck zu vertreten, wird so gut wie unmöglich. Die gute Nachricht: Um Ihre Meinung klar zu vertreten, können Sie sich auf solch nervenaufreibende Kind-Eltern-Gespräche perfekt vorbereiten:

1. Hat Ihr Standpunkt Hand und Fuß?

Nur wer eine eigene Meinung hat, kann sie auch vertreten. Prüfen Sie Ihren Standpunkt BEVOR Sie ins Gespräch gehen. Schreiben Sie auf, worum es Ihnen geht. Schon bei der Formulierung wird Ihnen auffallen, ob alles passt.

2. Versuchen Sie Ihre Idee mit etwas Abstand zu betrachten

Wie sind Sie eigentlich darauf gekommen? Gibt es eine Story dazu? Für welche Personen hat Ihr Vorhaben einen Nutzen? Und welche Konsequenzen wird es für wen haben? Ganz wichtig dabei und wird meist vergessen: Welchen Nutzen hat Ihre Idee für das Familienunternehmen?

3. Welchen Standpunkt wird der andere vertreten?

Sie wollen verstanden werden? Dann versuchen Sie, den Standpunkt des Gegenübers zu verstehen. Fragen Sie nach und interessieren Sie sich auch für die Idee des anderen. Unterschiedliche Sichtweisen können für Veränderungsprozesse unglaublich befruchtend sein.

Keine Frage, die Ansichten in Familienunternehmen können schon mal Lichtjahre auseinander liegen. Lassen Sie sich trotzdem darauf ein, denn manchmal sind Wunder möglich.

4. Sehen Sie die Auseinandersetzung als Stärkung Ihrer Persönlichkeit

Ich weiß, wie anstrengend solche Dauer-Diskussionen mit dem Senior sein können. Man könnte schreiend davonlaufen! Bleiben Sie trotzdem dran! Meine persönliche Erfahrung und die anderer Junioren: Jede dieser Auseinandersetzungen macht Sie innerlich nur stärker. Je größer der Widerstand, desto mehr sind Sie gefordert, Ihre Ideen, Ihren Standpunkt zu prüfen. Das schafft viel Klarheit.

Vor allem für Sie selbst.

Kategorie Elternkonflikte, Familienunternehmen
Marita Eckmann

Marita Eckmann kommt selbst aus einer Unternehmerfamilie und kennt die emotionalen Herausforderungen von Junioren in Familienunternehmen aus eigener Erfahrung. Heute bietet sie Nachfolgerinnen und Nachfolgern in Familienbetrieben eine umfassende Beratung, um den eigenen persönlich erfüllenden Lebensweg zu finden.