Warum ich mich von einer Schreibblockade nicht aufhalten lasse und trotzdem blogge

Warum ich mich von einer Schreibblockade nicht aufhalten lasse

Kaum habe ich mich zur The Content Society angemeldet, da lande ich auch schon mitten in der Schreibblockade. Das gibt’s doch nicht! Jetzt habe ich drei Monate lang einen Blogartikel nach dem anderen geschrieben und kaum lerne ich, wie man professionell bloggt, da breitet sich in meinem Hirn dichter Nebel aus.

Ha! Aber so schnell gebe ich nicht auf. Schließlich ist das nicht meine erste Schreibblockade. Jetzt ist mein Ehrgeiz erst recht geweckt und ich will herausfinden, wie ich da wieder rauskomme.

Warum ich in der Schreibblockade gelandet bin

Für jeden Selbstständigen ist die Website das Herzstück des Business. Die Hauptaufgabe besteht darin, im Google Ranking möglichst weit nach oben zu kommen, um gefunden zu werden. Als die Website für mein Coaching Business fertig war wusste ich also, was ich zu tun hatte: Bloggen was das Zeug hält!

Da ich schon immer gerne schreibe, sah ich darin kein Problem. Spannend wurde es erst, als ich Texte schreiben sollte, um damit Kunden zu gewinnen. Das ist nochmal eine ganz andere Nummer, weil ich ständig den Leser im Blick haben musste. So zumindest hatte man es mir gesagt. Ich hab‘ mich so was von gequält, das kannst du dir nicht vorstellen. Am Ende habe ich damit meine Freude am Schreiben regelrecht getötet.

Wie ich auf die Idee kam, wieder zu bloggen

Es gab zwei Gründe, weshalb ich mit Instagram gestartet bin: Ich wollte wissen wie es funktioniert und meine Schreibblockade überwinden. Auf die Idee mit dem Blog kam ich erst durch den Jahresrückblog von Sympatexter. Darüber bin ich letztes Jahr auf Instagram gestolpert und war sofort angefixt. Nicht nur, dass ich Jahresrückblicke liebe, das Thema auch noch zu verbloggen fand ich grandios. Leider hatte ich nicht die Zeit, mich in den mehrwöchigen Prozess einzuklinken, aber ich habe zumindest ein paar Ideen auf Instagram umsetzen können.

Endlich! Die Freude am Schreiben ist zurück

Ich hab‘ ja schon ein paar Blogversuche hinter mir und eigentlich dachte ich, dass ich mit dem Thema durch bin. Aber seit dem Jahresrückblog hatte mich die Idee einfach nicht mehr losgelassen. Die Frage war nur: Würde ich in der Lage sein, längere Texte schreiben? Oder würde mich die Schreibblockade wieder ausbremsen? Einen Versuch war es trotzdem wert, ich hatte einfach mega viel Lust aufs Schreiben.

Und so begann ich noch am Silvesterabend, meine Coaching-Website zum Blog umzubauen. Nach vier Wochen war ich damit fertig und dann schrieb ich einen Beitrag nach dem anderen. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber meine Freude am Schreiben war wieder da!! Ich war einfach nur eins: Glücklich und erfüllt. Es war ein bisschen wie „nach Hause kommen“, ich war ganz in meinem Element.

Der Schock: Ich finde keine Zeit mehr zum Schreiben

Nach ein paar Monaten passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Die Lust am Schreiben war weg. Die Magie des Anfangs war unterwegs verloren gegangen und ich schaffte es nicht mehr, mir fürs Schreiben Zeit zu nehmen. Eine Schreibroutine zu entwickeln und das Bloggen in meinen Alltag zu integrieren. Ich war echt schockiert. Ich stehe für Kontinuität und Verlässlichkeit und was ich schon immer doof fand waren Blogs, auf denen nur ab und zu mal Beiträge veröffentlich werden. Das ist, als würde die Tageszeitung nur ab und zu mal im Briefkasten liegen. Bloggen geht für mich nur ganz oder gar nicht.

Wie ich mit inneren Blockaden umgehe

Aufgeben ist keine Option für mich. Ich werfe nicht so schnell das Handtuch, denn ich glaube, dass es immer eine Lösung gibt. Man muss sie nur finden.

Und da ich Wingwave Coach bin, weiß ich wie man Blockaden schnell und nachhaltig lösen kann. Inzwischen arbeite ich lieber mit PEP und deshalb habe ich gleich mal meine Blockade „beklopft“, um das Thema mal in Bewegung zu bringen. Die Anleitung findest du hier.

Ab da war ich ein bisschen entspannter und wieder bereit mich darauf einzulassen. In dieser Woche geht es um das Thema „Was uns am meisten beschäftigt“ und ich greife hier mal drei meiner Fragen heraus, auf denen ich schon die ganzen Tage herumkaue:

  • Wird es mir gelingen, eine regelmäßige Schreibroutine zu entwickeln?
  • Wie „erarbeite“ ich mir ein Blogthema?
  • Wie schnell werde ich meine Schreibblockade überwinden?

Was mich diese Woche bewegt

Wird es mir gelingen, eine regelmäßige Schreibroutine zu entwickeln ?

Es gibt ja Menschen, die sich für ihre Aufgaben und Projekte Zeiten im Kalender reservieren. Ich finde das großartig, bei mir funktioniert das leider nur bei Terminen. Bei allen anderen Themen scheitere ich regelmäßig, weil immer irgendetwas dazwischenkommt. Möglicherweise liegt es daran, dass ich eine sehr intuitive Arbeitsweise habe. Das bedeutet, dass ich zwar Tagesaufgaben habe, ich aber nicht festlege WANN ich sie erledige.

Wenn ich also eine Idee für den Blog hatte, habe ich einfach mit dem Schreiben begonnen. In der Regel hat das gut funktioniert und der Beitrag war nach ein paar Tagen fertig. Der Nachteil: Es hat mir auch mal einen Arbeitstag zerschossen, weil alles andere liegengeblieben ist. Auf Dauer nervt mich das ganz gewaltig!

Mein erster Lösungsversuch: Co-Blogging

Ich nutze diesen Beitrag gleich mal, um was Neues auszuprobieren. Deshalb sitze ich gerade mit meinen Mitstreiterinnen im Co-Blogging und versuche, mich für drei Stunden von nichts und niemandem ablenken zu lassen, sondern nur zu schreiben. Es fühlt sich noch etwas ungewohnt an und ich weiß auch nicht, ob es gelingen wird, aber ich will das unbedingt lernen. Am Ende dieses Beitrags wissen wir beide, ob es funktioniert hat.

Wie „erarbeite“ ich mir ein Blogthema?

Je länger ich die darüber nachdenke, um so größer wird der Knoten in meinem Hirn. Ich glaube, ich mache es mal wieder komplizierter, als es eigentlich ist. Bisher habe ich einfach losgeschrieben, wenn mich ein Thema interessiert hat. Jetzt soll ich mir vorher Gedanken dazu machen? Brainstormen? Hmmm… Wer sagt das eigentlich? Vermutlich der kleine Mann in meinem Verstand, der mir versucht vorzuschreiben, wie „man“ die Dinge zu tun hat. Und was, bitteschön, hat das mit mir zu tun???

Die Herausforderung besteht darin, mich einfach mal locker zu machen und auf alles einzulassen. Um herauszufinden, was für mich funktioniert und was nicht. Vielleicht werde ich weiterhin intuitiv an die Themen herangehen? Vielleicht werde ich lernen, wie ich die Themen vorher ausarbeiten und strukturieren kann? Ich habe keine Ahnung. Deshalb eröffne ich jetzt einen experimentellen Raum, in dem alles sein darf. Das hat bisher immer ganz gut funktioniert.

Und die Schreibblockade? Die habe ich erst mal überwunden

Tja, was soll ich sagen? Ich war jetzt drei Stunden im Co-Blogging und bin fast am Ende meines Beitrags angekommen. Es hat tatsächlich funktioniert, in dieser Zeit ein Thema zu erobern. Die ersten zwei Stunden waren ein bisschen holprig, aber ich bin drangeblieben – und das war mein wichtigstes Learning! Denn ohne diesen Rahmen hätte ich sicher schon nach einer Stunde frustriert aufgegeben.

Ich bin nicht nur überrascht, sondern auch begeistert. Die Schreibblockade ist nur noch ein kleines Gespenst, das mir das Hirn ein kleines bisschen vernebelt. Das ist okay, damit kann ich umgehen. Die erste Hürde habe ich überwunden und jetzt heißt es einfach: Tapfer und mutig dranbleiben! Könnte ja gut werden…

3 Kommentare

  1. Liebe Marita, ein toller Text. Danke für den Einblick. Ich schreibe meine Texte auch immer sehr aus dem Impuls heraus, meist entstehen sie auf Spaziergänge, die Ideen schreib ich in meine Notizenheft auf dem Handy und zu Hause am Schreibtisch finalisiere ich dann. Gestern habe ich an einem Online Schreibworkshop von Doris Dörrie teilgenenommen. Ich fand das super spannend. Denn es ging darum wie man durchs Schreiben aus dem Verstand rein in die Kreativität kommt. Kennst du ihr Buch „Leben, Schreiben, Atmen“? Ich bin schon sehr gespannt auf deine Tipps zu einer Blog-Schreibroutine. Liebe Grüße, Christiane

    • Marita Eckmann

      Vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, liebe Christiane. Über den Workshop von Doris Dörrie musst Du mir mal erzählen. Ich hab‘ Dir eine Sprachnachricht geschickt

      Liebe Grüße, Marita

  2. Pingback: Monatsrückblich April 2022

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