Ich bin völlig verwirrt, stehe neben mir. Eine ganze Stunde lang hatte ich versucht, meine Ideen umzusetzen, und war damit nicht nur grandios gescheitert, sondern genau dort gelandet, wovon ich weg wollte. Wie geht denn so was?
Jetzt sitze ich am Küchentisch, sortiere meine Buchhaltungsunterlagen, während das Nudelwasser heiß wird – und hoffe auf geistige Klarheit.
Erst vor ein paar Stunden kamen wir von einer Mini-Auszeit zurück. Ich hatte richtig abschalten können und schon auf der Rückfahrt erste Ideen für den Umbau meiner Website. Ich konnte es kaum erwarten, alles umzusetzen.
Doch kaum saß ich an meinem Schreibtisch – verschob, löschte, baute neu –, da landete ich direkt dort, wo ich nicht mehr hin wollte.
Ich hatte mich entschieden, keinen Monatsrückblick mehr zu schreiben – und jetzt war ich dabei, ein abgewandeltes Format aufzusetzen. Geht’s noch?
Hallo, Frau Eckmann! Du hast extra eine Challenge entwickelt, um dich auf neue Themen zu fokussieren!
Ich hoffe auf Rettung, denn eine Stunde später konnte ich endlich live beim 28TageContent-Zoom dabei sein. Das Thema: persönliche Geschichten auf dem Blog. Okay, gerade nicht so mein Thema, macht aber nichts. Manche Geschichten der Teilnehmerinnen waren so crazy gut, dass ich mir kaum das Lachen verkneifen konnte. Herrlich!
Der Abend ist gerettet, denke ich, und mache mich direkt ans Weiterschreiben der Blogartikel für meine kleine Challenge.
Doch es wollte mir einfach nicht gelingen. Heute ist aber echt der Wurm drin.
Okay, dann was anderes. Es war noch früh am Abend und ich wollte etwas Produktives tun. Wenn Kreatives nicht geht, helfen klar definierte Aufgaben – ich entscheide mich für die Buchhaltung.
Johannes ist in der Oper, deshalb kann ich die Buchhaltungsunterlagen auf dem Küchentisch ausbreiten. Während sich das Nudelwasser langsam erwärmt, beginne ich mit der Buchhaltung und erschrecke, denn jemand klopft plötzlich am Fenster direkt neben mir: Johannes ist zurück. Oh nein! Das passte mir überhaupt nicht.
Eigentlich war er auf dem Weg in die Oper, aber, wie ich jetzt erfahre, war sein Platz so schlecht, dass er nichts sehen konnte.
Ich lasse die Buchhaltung Buchhaltung sein und ändere meinen Plan. Denn jetzt habe ich Lust, über diesen verrückten Abend zu schreiben.
Während sich Johannes schweigend ums Essen kümmert, schreibe ich diesen Blogartikel und verschiebe die Buchhaltung auf morgen.
Ich bin wieder zurück in meiner Mitte und mir ist klar, dass ich den Blog erst mal lasse, wie er ist. Es wird neue persönliche Geschichten geben.
Genau solche wie diese hier.













