Ich mag keine Challenges. Sie setzen mich unter Druck. Und unter Druck kann ich nicht gut arbeiten.

Trotzdem starte ich heute meine ganz persönliche Challenge.

Denn ich möchte alte Muster überwinden – und gleichzeitig lernen, wie eine Challenge für mich funktionieren kann.

Inspiriert hat mich die Idee des 10-Minuten-Blog: 30 Tage lang, täglich 10 Minuten schreiben und direkt veröffentlichen.

Der Reiz liegt auf der Hand: In dieser kurzen Zeit haben weder der innere Zensor, noch der Perfektionismus eine echte Chance – und man kommt schnell auf den Punkt.

Gleichzeitig kommen mir Zweifel.

10 Minuten sind verdammt kurz.

Meine bisherigen Blogartikel sind während des Schreibens entstanden – und das hat oft Stunden, manchmal Tage, gedauert. Vor allem, weil ich mich mit großer Leidenschaft in Korrekturschleifen verliere.

Schon der Gedanke an 10 Minuten setzt mich so unter Druck, dass ich mich völlig überfordert fühle. Das fängt ja gut an. Ich spiele mit dem Gedanken, die ganze Idee wieder fallen zu lassen.

Es macht doch keinen Sinn, mich selbst zu stressen!!!

Erst recht nicht, nachdem ich meine Stressmuster gerade hinter mir gelassen habe und weiß, wie wichtig Zeitfreiheit für mich ist. Nope! Ich werde das ganz sicher nicht tun.

Gleichzeitig weiß ich: Wenn Neues entstehen soll, reicht es nicht, alte Konzepte ein bisschen zu variieren. Manchmal muss man Dinge grundlegend anders machen als bisher – das hat die Blogpause im August deutlich gezeigt.

Diese Challenge soll genau das sein: ein radikaler Ausstieg aus meinen gewohnten Mustern – und ein Neuanfang.

Mein Ziel ist es, das Schreiben neu zu entdecken – jenseits all der Konzepte, denen ich jahrelang gefolgt bin.

Schreiben mit Zeitlimit kann nur funktionieren, wenn ich mich vorbereite. Auch das ist Neuland für mich. Bisher habe ich meine Texte ohne Vorbereitung und ohne Konzept geschrieben – einfach los, aus dem Off heraus. Das geht bei 30 Minuten nicht.

Also treffe ich eine Entscheidung: Ich messe diese Challenge nicht an Tagen, sondern an der Anzahl der Texte.

Ich entscheide mich im ersten Lauf für 30 Blogartikel und erhöhe die Schreibzeit auf 60 Minuten. Das ist immer noch sehr viel kürzer als bisher. Ganz ohne Korrekturschleifen traue ich es mir noch nicht zu. Außerdem kommen die wirklich guten Ideen manchmal erst nach dem ersten Entwurf. Und ich will mich ja nicht quälen, sondern herausfordern.

30 Blogartikel
60 Minuten Schreibzeit pro Artikel.
30 Inspirationen für inneres Wachstum.

Ob ich sie in 30 aufeinanderfolgenden Tagen schreibe oder nicht, spielt keine Rolle. Und ob es am Ende 10, 20 oder 40 Texte werden, auch nicht.

Mein Zirkus, meine Affen.

Es ist meine Challenge. Ich entscheide.

Und plötzlich wird klar, worum es mir wirklich geht: Inspirationen für inneres Wachstum – jenseits des ganzen Selbstoptimierungszirkus – zu schreiben. Über eigene Erfahrungen, über Mythen und meine ganz persönliche Sicht auf die Dinge.

Über das, was trägt, und das, was meiner Erfahrung nach nicht funktioniert.

Ich werde sie schreiben. Alle 30. Dazu committe ich mich.

Und weil ich ungeduldig bin und zeitlichen Freiraum brauche, vielleicht nicht täglich – aber konsequent.

Jetzt fühlt sich die Challenge cool an.

Sie fordert mich heraus, gleichzeitig motiviert und inspiriert sie mich. Ich bin sehr gespannt, was ich über mich und übers Schreiben lerne.