Wer bist du ohne diesen Gedanken?“ Das ist eine der vier Fragen von The Work*. Eine einfache Frage, die überraschend tief führt. Denn einen gewohnten Gedanken, vielleicht sogar eine tief verankerte Überzeugung, einmal nicht zu denken, ist gar nicht so einfach. Doch wenn man sich darauf einlässt, können sich völlig neue Möglichkeiten eröffnen.

Meine Schreibcoach Anna bat mich, genau so eine Frage schreibend zu erforschen:

Was macht es mit mir, wenn ich alles vergesse, was ich übers Bloggen gelernt habe?

Tagelang bin ich um diese Frage herumgeschlichen. Habe sie weit von mir geschoben und stattdessen eine Schreib-Challenge entwickelt. Schon die Vorbereitung darauf beamte mich direkt in ein anderes Universum. Und kam sie um die Ecke: die Schreibpause.

Völlig ungeplant hatte sie ein besonderes Geschenk für mich: Stille – und eine Frage:

Warum möchte ich schreiben – und worüber?
Meine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht so recht.

Wenn der Blog keine Erweiterung meines Notizbuches mehr ist, sondern etwas Eigenständiges – worüber schreibe ich dann? Und warum öffentlich?

Wenn es keine Konzepte, Regeln, Anleitungen, Themenideen und Veröffentlichungstermine mehr gibt, woran orientiere ich mich dann?

An mir selbst und meiner inneren Wahrheit.

Es fühlt sich an wie der Raum, den ich schon kenne. Er entsteht, wenn ich alleine und ganz bei mir bin. Ich bin dann wie in einer Blase, alles im Außen verschwindet und ich bin ganz präsent – im Hier und Jetzt. Das hat etwas von einer Trance.

Völlige Leere. Stille. Ruhe und Offenheit.
Es gibt keinen Plan und kein Ziel.

Alles scheint wichtig.
Und gleichzeitig ist alles unwichtig.

Was, wenn es gar nicht darum geht, zu wissen, wozu ich schreibe? Was, wenn es reicht, dass ich schreibe?

Nicht mit einem Ziel, nicht für ein Ergebnis, eine Resonanz. Nicht für Reichweite, Inspiration oder irgendein „Sollte“.

Sondern weil ein Gedanke da ist.

Ein Gedanke, der so stark in mir resoniert, dass ich ihm folgen möchte. Weil er Fragen stellt und mich neugierig macht. Dieses Schreiben hat nichts Strategisches. Es ist nichts, was ich planen kann.

Es ist ein Erforschen. Ergründen. Ein Bei-mir-Sein.

Schreiben, um etwas bewusst wahrzunehmen. Es in mir zu bewegen.

Vielleicht muss ich gar nicht wissen, worüber ich schreiben möchte, weil mich das Leben dazu einlädt. Dann fühlt es sich an, als würde ich aufbrechen – ohne Ziel, ohne Route, ohne zu wissen, wohin die Reise geht.

Einfach losgehen. Und vielleicht ist genau das das Neue:

Nicht mehr zu schreiben, um etwas zu erreichen –
sondern zu schreiben, weil etwas da ist.

The Work of Byron Katie ist ein Weg, jene Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, der zum inneren Frieden und zum Frieden mit der Welt führt. Jeder mit einem offenen Geist kann The Work machen. Die Grundlage von THE WORK sind 4 Fragen. Du findest sie auf der Seite von Byron Katie.