Wachstum findet außerhalb der Komfortzone statt. Kennst du, oder? Ja, der Satz ist wahr. Aber müssen wir deshalb gleich schreiend davonlaufen?
Wenn wir etwas verändern wollen, wenn wir wachsen möchten, müssen wir die kuschelige Komfortzone verlassen.
Es geht nicht anders.
Und doch löst dieser Gedanke bei vielen Angst und Panik aus. Wir stellen uns vor, dass jenseits der Komfortzone eine Klippe lauert, an der wir abstürzen könnten. Also bleiben wir lieber dort, wo wir uns auskennen – wo Sicherheit ist.
Aber ist es wirklich immer so dramatisch?
Was die Komfortzone wirklich ist
Für mich ist die Komfortzone der Bereich, in dem ich mich sicher fühle. Eine gewohnte Umgebung, bekannte Situationen, vertraute Abläufe. Ich weiß, wie die Dinge laufen, und kann sie (bedingt) kontrollieren.
Ich kann loslassen, mich entspannen und mich hineinfallen lassen. Hier droht keine Überraschung – und genau das macht sie so angenehm.
Sie kann sich übrigens auch begrenzend und einengend anfühlen, aber das ist ein anderes Thema.
Die Lernzone: ein erster Schritt nach draußen.
Außerhalb der Komfortzone gibt es noch einen Zwischenbereich – die sogenannte Lernzone. Wenn wir dem bekannten Modell folgen, ist das der Bereich, in dem wir den gewohnten Rahmen – die Komfortzone – verlassen. Dort ist es noch sicher. Einschätzbar. Wir werden gefordert, aber nicht überfordert.
Wie beim Sport: ein leichtes Dehnen und Strecken über das Bekannte hinaus. Es kostet Energie, aber wir spüren: Das schaffe ich.

Die Panikzone – wie gefährlich ist sie wirklich?
Wenn wir über die Lernzone hinausgehen, kommen wir zur Panikzone. Zumindest wird sie so genannt, wenn wir bei diesem Modell bleiben.
Für manche scheint sie eine absolute Gefahrenzone zu sein. Es ist die Zone, wo wir Angst, Unsicherheit, Überforderung und Irritation begegnen.
Viele meiden diesen Bereich wie der Teufel das Weihwasser. Vielleicht auch, weil wir Situationen erlebt haben, die uns tatsächlich den Boden unter den Füßen weggezogen haben.
Momente, in denen wir nicht wussten, wie es weitergeht.
Ja, das ist unangenehm und überfordernd.
Wenn wir ehrlich hinschauen, sind wir gerade dort oft enorm gewachsen – über uns selbst hinaus.
Ich kenne diesen Bereich. Ich habe dort viel Zeit verbracht – und überlebt. Deshalb möchte ich dir heute eine andere Perspektive mitgeben.
Was wäre, wenn die Panikzone gar keine Panikzone wäre – sondern eine magische Zone?
Das Unbekannte bleibt. Wir wissen nicht genau, was passiert, denn wir betreten Neuland. Einen Raum der Ungewissheit.
Doch das, was oft pauschal als Panikzone bezeichnet wird, erlebe ich – bei innerer Zustimmung – als etwas anderes: als einen magischen Raum.
Einen Raum, der sich dort öffnet, wo wir uns über das Gewohnte hinaus bewegen.
Manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig. Was, wenn sich genau dort neue Möglichkeiten zeigen? Chancen und Erfahrungen jenseits des Bekannten – im besten Sinne.
Wenn wir diesen Raum bewusst betreten – nicht nur, weil uns das Leben hineinschubst, sondern weil wir uns innerlich für diesen Schritt entscheiden –, verändert sich unsere Haltung. Und mit ihr unser Erleben.
Gehen wir davon aus, dass etwas Neues entstehen darf, vielleicht sogar etwas Besseres, betreten wir diesen Übergang mit einer anderen inneren Ausrichtung.
Dann fühlt sich dieser Bereich nicht mehr wie eine Klippe an, sondern wie eine Schwelle.
Ein Übergang in etwas, das sich entfalten will.
Eine Einladung
Vielleicht magst du diese Idee einmal mitnehmen. Nicht als Wahrheit, sondern als Einladung.
Schau zurück in dein Leben. Dorthin, wo du bereits weit über deine Komfortzone hinausgegangen bist. Wo du weitergegangen bist, obwohl du nicht wusstest, was genau passieren würde – wie es ausgehen würde.
Und frage dich: War dort wirklich nur Angst? Oder ist dort auch etwas Magisches entstanden – etwas Neues, Unerwartetes, Wertvolles, was gut für dich und dein Leben war?
Und vielleicht wartet dort keine Panik.
Sondern genau das, was du noch nicht kennst – aber in Wirklichkeit schon bist.













