Kennst du diesen Moment, in dem eigentlich alles klar ist – und du trotzdem nicht ins Tun kommst? Du weißt, was zu tun wäre. Du kennst den Weg, denn andere sind ihn vor dir gegangen – natürlich erfolgreich.
Du bist bereit, ihn zu gehen, und dann passiert… nichts.
Statt Motivation entsteht Druck.
Statt Bewegung Stillstand.
Ich habe dieses Phänomen nicht nur bei mir beobachtet, sondern auch bei vielen anderen. Es ist, als würde sich in dem Moment, in dem klar ist, was zu tun ist, ein Schalter umlegen.
Ich habe mich gefragt, woran das liegt – und bin auf mehrere Aspekte gestoßen.
Perfektionismus
Zu wissen, wie etwas geht, kann sehr hilfreich sein, das stelle ich überhaupt nicht in Frage. Gleichzeitig kann dieses Wissen um die konkreten Schritte, einen enormen Druck erzeugen. Denn plötzlich scheint es nur noch diesen einen Weg zu geben, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Funktionieren statt Gestalten
Der Weg ist klar. Mach es oder lass es. Es gibt keinen Spielraum, kaum Variationsmöglichkeiten und keinen Platz für Fehler und Korrekturen. Wir versuchen, den Anforderungen gerecht zu werden, die Aufgaben bestmöglich zu erfüllen, denn wir wollen das versprochene Ziel erreichen.
Angst vor dem Scheitern
Unser Handeln ist klar und messbar, denn es gibt ein definiertes Ergebnis. Messbarkeit macht den meisten Angst, denn am Ende ist klar: Erreichst du es, dann hast du alles richtig gemacht. Erreichst du es nicht, hast du es falsch gemacht – du bist gescheitert.
Ein erprobter Weg verspricht Sicherheit.
Doch er nimmt uns oft genau das, was wir für Entwicklung brauchen: Spielraum, Individualität, kreatives Handeln – und die Freude am Entwickeln des eigenen Weges.
Und deshalb reagieren viele von uns mit innerer Verweigerung – und das meist intuitiv ganz richtig.
Denn wir selbst, mit unserer Einzigartigkeit, mit all dem, was uns ausmacht – mit unseren Fähigkeiten, Erfahrungen, Bedürfnissen, Rhythmen und Eigenarten – werden überhaupt nicht berücksichtigt.
Vielleicht bringen wir zufällig die Fähigkeiten mit, die dieser Weg verlangt, und werden damit erfolgreich. Vielleicht aber auch nicht.
Das könnten wir nur herausfinden, wenn wir ihn ausprobieren würden. Doch oft kommen wir gar nicht erst so weit.
Der Weg zum Ziel ist nicht 1:1 duplizierbar.
Ich kann kaum zählen, wie oft ich selbst immer wieder versucht habe, Ergebnisse auf „vielfach erprobte Weise“ zu erreichen. Mit überschaubarem Erfolg, aber unglaublich vielen neuen Fähigkeiten und Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.
Diese Strukturen oder Systeme lassen sich nur bis zu einem gewissen Punkt 1:1 übernehmen. Das ist auch einer der Gründe, warum so viele Menschen damit scheitern.
Die eigentliche Frage ist nicht: Wie erreiche ich ein Ergebnis? Sondern:
Unter welchen Bedingungen kann ich mich der Erreichung dieses Ergebnisses stellen, während ich motiviert und inspiriert bleibe?
Nicht jeder erfolgreiche Weg ist deiner – diese Fragen helfen dir bei der Entscheidung
- Was passiert in mir, wenn mir jemand sagt: „Mach es genau so, dann erreichst du dein Ziel?“
- Wo in meinem Leben habe ich schon einmal gespürt, dass ein Weg für mich nicht funktioniert, und warum?
- Welche Bedingungen brauche ich, um innerlich in Bewegung zu kommen – nicht nur äußerlich zu liefern?
- Was verliere ich, wenn ich einem Weg folge, der nicht meiner ist – selbst wenn andere damit erfolgreich sind?
- Woran merke ich frühzeitig, dass ich in den Funktionsmodus rutsche?
- Welche Form von Freiheit brauche ich, um Verantwortung für mein Ergebnis zu übernehmen?
Im Blogartikel Neustart: Wie ich eine Challenge nutze, um alte Muster loszulassen erfährst du, wie ich diese Klippe umschifft und einen Weg gefunden habe, der mich nicht lähmt – sondern inspiriert und motiviert.













