Ein erfolgreiches Leben ist ein mutiges Leben. Dieser Satz kam mir sofort in den Sinn, als ich über Mut nachdachte. Ich hatte ihn entdeckt, als ich 2022 über Erfolg schrieb, und für mich stimmt er immer noch.

Mut ist der rote Faden in meinem Leben.

Nicht als lautes, kämpferisches „Ja, ich schaffe das“, sondern als stilles inneres Ja. Ein Ja, zum Leben, zur Veränderung, zu mir selbst.

Ich würde mich als mutigen Menschen bezeichnen. Nicht, weil ich keine Angst kenne – im Gegenteil. Ich bin manchmal zögerlich, habe Respekt vor neuen Schritten und spüre die Unsicherheit in mir.

Mut heißt für mich, etwas trotzdem zu tun.

Dieses innere Ich mache es jetzt einfach. Ich probiere das aus. Ich gehe los, auch wenn ich noch nicht weiß, wie.

Besonders mutig bin ich – und das habe ich erst mit den Jahren verstanden – in der inneren Arbeit. Dort, wo viele zögern. Wo es unangenehm werden kann, wo wir uns selbst begegnen. Ich habe diese Angst nie so recht verstanden. Denn was soll schon passieren? Am Ende begegne ich nur mir selbst. Den Gefühlen, die ohnehin in mir wirken – meist unbewusst.

Für mich ist die innere Arbeit eine spannende Entdeckungsreise.

Ja, sie kann schmerzhaft und intensiv sein, wenn ich starken Gefühlen oder Angst begegne.

Aber sie ist vor allem eins: befreiend. Denn jedes Mal, wenn ich mich darauf einlasse, löse ich etwas in mir, was mich bis dahin zurückgehalten hat.

Mut ist hier nichts anderes als gelebte Freiheit.

Ich habe irgendwann erkannt, dass es wenig hilfreich ist, alles lange zu überdenken. Natürlich ist es wichtig, Risiken abzuschätzen.

Aber Hand aufs Herz: Die wenigsten Dinge im Alltag sind lebens- oder existenzbedrohend. Im Alltag gibt es unzählige Situationen, in denen nichts davon auf dem Spiel steht: kein Leben, keine Existenz, kein Job, keine Beziehung.

Und genau dort dürfen wir sehr viel mutiger sein.

Es gibt Momente, da hilft keine Pro-und-Contra-Liste. Da musst du einfach springen, um herauszufinden, was passiert.

Ich tue das oft. Anfangs zögere ich vielleicht – hole kurz Luft – und springe.

Schnell.

Mitten rein.

Nach dem Motto: Ich mache jetzt einfach mal und schau, was dabei herauskommt.

Tolle Projekte und viele meiner wertvollsten Erfahrungen sind so entstanden.

Ein echter Wendepunkt war meine Blogpause im August. Anna schlug sie spontan vor und kaum nachgedacht, stand die Ankündigung schon auf meiner Startseite. Die Wirkung war enorm und ich habe etwas Entscheidendes gelernt:

Manchmal musst du genau das tun, was du sonst niemals tun würdest – weil dich genau dieser Schritt dorthin führt, wo dein Nächster wartet.

Ähnlich war es mit dem SPIRIT ME MAGAZIN. Auf die Frage: „Hast du Lust, mit mir ein Onlinemagazin zu machen?“ antwortete ich spontan und ohne wirklich darüber nachzudenken: „Ja, warum nicht.“ Völlig erfahrungsfrei haben wir einfach losgelegt – learning by doing.

War das leicht? Ganz sicher nicht.

Im ersten halben Jahr habe ich mich ständig an der Grenze meiner Komfortzone bewegt: neue Technik, neue Abläufe, viel Unwissenheit. Aber es war spannend und eine mega Wachstumserfahrung.

Heute, nach über zwanzig Ausgaben, kann ich sehen, wie sehr ich daran gewachsen bin und welche neuen Fähigkeiten und Möglichkeiten daraus entstanden sind.

Vieles hätte ich mir vorher definitiv nicht zugetraut.

Und das zieht sich durch mein ganzes Leben. Der Ausstieg aus dem Familienunternehmen. Der Neustart in München – mitten rein in die nächste Krise. Immer wieder Momente, in denen ich sprang – oder springen musste –, obwohl ich Angst hatte.

Wir sind zu oft zu vorsichtig. Zu zögerlich.

Dabei schenkt uns Mut etwas unglaublich Wertvolles: Selbstvertrauen.

Ich weiß gar nicht, wie viele Fähigkeiten, Ideen und Wege ich ohne diesen Mut nie entdeckt hätte. Auch beruflich bin ich in Bereiche gegangen, die ich früher kategorisch ausgeschlossen hatte. Und doch bin ich hineingesprungen – und am Ende über mich selbst hinausgewachsen.

Vielleicht ist das der wahre Kern von Mut: sich selbst immer wieder die Möglichkeit zu geben, Neues zu entdecken – über das Leben, die Welt und vor allem über sich selbst.

✍️Wann warst du in deinem Leben besonders mutig? Schreib es in die Kommentare.