Ich bin ja für fast jedes Abenteuer zu haben. Alles, was ich noch nicht kenne oder kann, übt einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Typisch Scannerpersönlichkeit. 😉 Wenn dann aus „einfach mal machen“ auch noch ein Mitmachen wird, der Mensch und das Thema passt, bin ich sowieso dabei. Ich bin einfach zu neugierig auf neue Erfahrungen.

Genau so lief es, als ich von Tina Maria Werner gefragt wurde, ob ich Lust auf ein spirituelles Magazin hätte. Ein Magazin habe ich noch nie gemacht und das Thema passt – also ja. Klar bin ich dabei. Die erste Ausgabe des SPIRIT ME MAGAZIN ging am 1. März, nach nur vier Wochen, online. So schnell kann es gehen. Mir wird erst im Nachhinein so richtig bewusst, was wir „mal kurz“ aus dem Nichts hervorgezaubert haben.

Wenn ich noch ein bisschen weiter zurückblicke, kann ich sehen, dass es nicht das einzige „einfach mal machen“ Projekt ist.

Ein Plädoyer für: Mach es einfach

Wir streichen mutig „wenn, dann…“ und gehen direkt in die Umsetzung. Jetzt, hier und heute (oder morgen 😉) – und zwar so einfach wie möglich und mit dem, was uns jetzt gerade zur Verfügung steht.

Ich bewundere es zutiefst, wenn Menschen ihre Projekte sauber ausarbeiten und detailliert planen. Für mich ist das nichts. Es verwirrt mich und ich verliere schon nach kurzer Zeit die Geduld. Projektarbeit in Unternehmen fand ich immer gruselig. Natürlich plane ich Projekte, aber lange nicht so akribisch, wie man es vielleicht tun sollte – oder könnte.

Während die einen noch überlegen, wie und ob es funktionieren könnte, bin ich meist schon unterwegs.

Wenn ich nämlich zu lange überlege, besteht die Gefahr, von sämtlichen Widerständen, Bedenken und Ängsten heimgesucht zu werden. Dann verliere auch ich die Motivation und das Projekt endet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Sechs Projekte, die spontan und ohne Planung entstanden sind

Ich habe ein bisschen in meiner Erinnerung gekramt und sechs Projekte gefunden, die durch „einfach mal machen“ entstanden.

Projekt Nr. 1: Gruppe für Persönlichkeitsentwicklung & Spiritualität

Das erste Projekt ist gefühlte hundert Jahre her. Ich weiß nicht, ob es das Internet schon gab, der Newsletter von Vera F. Birkenbihl kam jedenfalls noch per Schneckenpost. 😂 Ich war auf der Suche nach Gleichgesinnten, nahm all meinen Mut zusammen und gab über ihrem Newsletter eine Anzeige auf. Und siehe da, es fanden sich Menschen, die sich für Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung interessierten. Wir trafen uns – bis ich nach einigen Jahren den Staffelstab weitergab – monatlich in Kirchheim/Teck. Und weil ich schon gelernt hatte, wie man Werbebriefe schreibt, probierte ich das auch gleich aus und beglückte die Teilnehmer mit einem monatlichen Newsletter – natürlich auch per Schneckenpost. Daraus entstand eine richtig coole Gruppe mit netten Menschen und viel Inspiration. Ich denke sehr gerne daran zurück.

Projekt Nr. 2: Network Marketing Business

Überraschung! Auch das Network Marketing Business entstand völlig ungeplant. Ich bin regelrecht reingestolpert und hatte deshalb keinerlei Erwartungen. Es war risikofrei, ich konnte also nur gewinnen. Der Lieblingsmann musste mich sogar noch schubsen, aber dann gab es kein Halten mehr. Meine Abenteuerlust war geweckt. Typisch für mich ist, dass ich mir Know-how immer aus unterschiedlichen Quellen hole. Ich habe stapelweise Bücher gelesen, Kurse belegt und Coachings gebucht. Alles, was ich in den ersten Jahren verdiente, habe direkt wieder investiert. Mit dieser locker leichten Herangehensweise wurde ich überraschend schnell erfolgreich. So erfolgreich, dass ich beschloss, mein Coaching Business erst mal auf Eis zu legen.

Meine Erfahrungen aus sechs Jahren Network Marketing

Geplant und völlig unentspannt: die Gründung meines Coaching Business

Im Gegensatz zum Network Business war die Gründung meines Coaching Business wie der Aufstieg zum Mount Everest ohne Sauerstoffflasche und Sherpas: Kräftezehrend, anstrengend und unglaublich mühevoll. Denn ich hatte eine glasklare Erwartungshaltung: Es sollte zum Hauptbusiness werden, mit dem ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Ich habe das Projekt in den Erfolg geführt, allerdings bezeichne ich die Gründungsphase nach wie vor als traumatische Erfahrung. Im Rückblick sehe ich, dass ich mir das Leben unnötig schwer gemacht habe:

  • Nach fast zwanzig Jahren darauf hinarbeiten, wollte ich endlich ankommen und das Business zum Laufen bringen. Verständlich, aber kontraproduktiv. Es dauert, bis man ein neues Business aus dem Boden gestampft hat und zum Laufen gebracht hat.
  • Ich war, trotz der unternehmerischen Erfahrung, völlig naiv und hatte dazu noch einen Tunnelblick. Coaching ist ein Nischenbusiness. Davon sein Haupteinkommen zu generieren braucht Zeit. Viel Zeit.
  • Das Gründungs-Pflicht-Programm (Marketing & Co.) nahm so viel Zeit und Energie in Anspruch, dass ich mir keine Zeit zum Nachdenken und Reflektieren nahm. Ich hatte (das würde ich heute behaupten) die Verbindung zu mir verloren und funktionierte nur noch.
  • Trotz der Absicherung durch Teilzeitjobs hatte ich eine überirdisch hohe Erwartung an mich und das Business. Ich glaube, das hat mir den letzten Rest gegeben. Von Freude war keine Spur mehr und der Weg zum Ziel wurde zum Hamsterrad.

Projekt Nr. 4: Podcast Realtalk Selbstständigkeit

Und weil es gerade so gut passt, ziehe ich Projekt Nummer 4 vor. Der Podcast war eine spontane Idee von Nina und mir. Als sie auf Instagram erzählte, dass sie ihre Tätigkeit als Style Coach an den Nagel gehängt hat, habe ich ihr sofort geschreiben. Während wir gerade dabei waren uns kennenzulernen, kamen wir auf die Idee, unsere Gründungserfahrungen mit anderen zu teilen. Nina hatte Podcasterfahrungen und wir hatten Lust darauf. Und so sind wir einfach ins kalte Wasser gesprungen und haben uns von einer Folge zur nächsten gehangelt. Die Themen entstanden beim virtuellen Kaffee per ZOOM und aus der Audiospur wurden am Ende 14 Folgen. Danach war die Energie weg, es war wohl alles gesagt. 😍 Es war ein wunderbares und leichtes Hand in Hand arbeiten auf Augenhöhe.

Projekt Nr. 3: Bloggen

Das Bloggen kam, genauso wie das Network Marketing und das SPIRIT ME MAGAZIN zu mir. Es wurde mir regelrecht vor die Füße gelegt. Nach zwei Blogversuchen lag das Thema seit Jahren auf Eis, um durch den Jahresrückblog wieder zum Leben erweckt zu werden. Es funkte sofort. Innerhalb von einer Woche hatte ich die Coaching Website umgebaut und ein paar Wochen später ließ ich neue Fotos machen. Ich bin mit einer rudimentär fertigen Seite gestartet: Mit fünf Sätzen auf der Über mich-Seite und zwei Blogbeiträgen. Aber das war mir egal.

Ich hatte zwischenzeitlich gelernt, dass man auch unperfekt starten kann, und manchmal sogar muss, um in die Umsetzung zu kommen.

Das Bloggen hat mich genauso vorangebracht wie all die anderen Projekte. Ich bin über mich und diverse Schreibblockaden hinausgewachsen. Ich habe es sogar geschafft, über mein Network Business und viele persönliche Themen zu schreiben. Das Bloggen hat mich intensiv mit meiner Freude am Schreiben in Verbindung gebracht und so entstand nach über zwei Jahren das nächste „einfach mal machen“ Projekt.

Projekt Nr. 5: Huch, mein erstes Buch

Das ist tatsächlich der Titel meines ersten Buches und natürlich erschien es weder in einem namhaften Verlag, noch ist es ein Bestseller. 😂 Das war auch nie das Ziel. De Buchkurs habe ich mir vom Lieblingsmann ausgeliehen (beim Schreiben bin ich schneller im Umsetzen). Wieder hat mich die Neugier angetrieben. Ich habe einfach angefangen zu schreiben und eine Seite nach der anderen gefüllt. Nach neun Geschichten sollten wir daraus ein Buch drucken lassen. Wie cool ist das denn! Das will ich haben! Das Schreiben machte unglaublich viel Freude und zeigte mir, wie schön und entspannten Schreiben ohne Veröffentlichung (auf dem Blog) sein kann. Nach zwei Monaten hielt ich es in den Händen und damit hatte auch diese Hürde genommen.

Buch liegt auf Tastatur des Laptop

Projekt Nr. 6: SPIRIT ME MAGAZIN

Kurz darauf kam Tina Maria Werner mit ihrer Spirit Me Magazin Idee um die Ecke. Klar, mache ich da mit. Schreiben kann ich. Insta mag ich nicht, kann ich aber auch. Website kann ich und sich in ein neues Programm einzuarbeiten sollte auch klappen. Also los. Aus diesem „einfach mal machen“ ist für mich etwas mit großem Mehrwert geworden. Mal davon abgesehen, dass ich eine fast schon diebische Freude an neuen Projekten habe, fand ich dieses Projekt ganz besonders reizvoll. 🥳 Mit einem Menschen zu arbeiten, der unternehmerisch und spirituell sehr erfahren ist und von dem ich viel lernen kann, empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Trotzdem waren und sind wir auf Augenhöhe unterwegs.

SPIRIT ME MAGAZIN auf dem Bildschirm eines Laptop

Was ich immer noch ganz außergewöhnlich finde, ist die hohe Umsetzungsenergie, mit der wir fast seit Beginn (ich musste mich vor dem Start erst noch ein bisschen sortieren 🙈) unterwegs sind. Zu zweit geht es so viel leichter. Erst recht, wenn jeder mit einem hohen Commitment unterwegs ist. Das macht so unglaublich viel Energie frei. Eine tolle und sehr mutmachende Erfahrung.

Fazit

Wir sollten uns viel öfter gegenseitig ermutigen, Projekte – egal wie groß oder klein – einfach mal zu starten. Sobald jemand mit einer Idee liebäugelt, sollten wir ihm oder ihr zurufen: „Mach es einfach! Fang‘ einfach an!“ Starte mit dem, was JETZT da ist und mit den Fähigkeiten, die du JETZT hast. Der Rest entwickelt sich auf dem Weg und ganz von alleine. Wie wichtig es ist, einfach mal loszugehen – unperfekt zu starten – habe ich vom Network Marketing übernommen.

Natürlich ist es immer abhängig vom damit verbundenen Risiko. Es ist etwas völlig anderes, ob ein Projekt mit hohen Investitionen und Risiken verbunden ist, oder ob es sich um ein Projekt mit kleinem oder überschaubarem Risiko handelt.

Wenn ich nicht mehr zu verlieren habe, als innere und äußere Widerstände, Ängste und Befürchtungen, gibt es keinen Grund, nicht zu starten und sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Denn auch wenn das Projekt „scheitern“ sollte (wie auch immer man Scheitern definiert), oder die Energie plötzlich weg ist, so hat man doch eine Menge wertvoller Erfahrungen gesammelt, hat neue Fähigkeiten entwickelt und neues Selbstvertrauen gewonnen. Dafür nehme ich die Möglichkeit des Scheiterns gerne in Kauf – und gehe heiter weiter ins nächste Abenteuer.