Wozu hast du Ja gesagt und was ist daraus geworden? Gute Frage. Während ich an unsere Hochzeit dachte, wurde mir klar:

Mein Ja galt nicht nur meinem Mann und unserem gemeinsamen Leben.

Es war auch das Ja zu einem Weg, von dem ich ahnte, dass er herausfordernd werden würde.

Ich war nicht naiv, denn ich kannte den Mann an meiner Seite schon ein paar Jahre. Dennoch war ich mir der Dimension dessen, was auf uns zukommen würde, nicht bewusst. Ich wusste nur, dass wir einen besonderen Weg gehen würden, und dafür brauchte ich von ihm ein klares Ja – nicht nur zu mir, sondern auch zu meinem spirituellen Weg.

Selten war ich in meinem Leben so klar, und tatsächlich hätte ich ihn ohne dieses Ja nicht geheiratet. Das ist bekannt, weshalb ich es hier erzählen kann.

Mein Ja zu meinem spirituellen Weg und seelisch-geistigen Sein

Die Ausbildungen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, das Wissen um systemische Zusammenhänge und die Erfahrungen mit der Spiritualität haben mir geholfen, durch die Unwägbarkeiten des Lebens zu navigieren.

Ich habe gelernt, das Leben nicht nur zu meistern, sondern daran zu wachsen.

Durch die zwölf Jahre im Familienunternehmen entstand ein starkes Fundament, das mich durchs Leben trug. Deshalb war für mich von Anfang an klar: Mein Mann musste diesen Weg respektieren – hier war ich kompromisslos.

Aber darum soll es heute nicht gehen, denn darüber habe ich bereits geschrieben: Von Au! zu Wow! Diese Lebenskrise war ein echter Glücksfall.

Mein Ja zum Leben – mit all seinen Facetten

Heute geht es um mein Ja zum Leben selbst – mit all seinen Höhen, Tiefen, Umwegen und Überraschungen – und dem damit verbundenen inneren Wachstum.

Im Grunde ist es das Ja zum Weg, den meine Seele gehen möchte.

Der Weg zu einem bewussten Leben und Sein

Bis zu meinem Einstieg ins Familienunternehmen verlief mein Leben recht unspektakulär. Ich hatte konventionelle Vorstellungen – so, wie viele Menschen sie haben. Besondere Fähigkeiten? Kaum. Vielleicht ein bisschen Kreativität, eine Portion Sensibilität. Ich war unauffällig, zurückhaltend, schüchtern und anpassungsfähig.

Dann kam alles anders

Mit dem Einstieg ins Familienunternehmen begann eine Phase, die mein ganzes Leben veränderte. Plötzlich geriet mein Lebensboot ins Schaukeln. Ich fühlte mich allein auf hoher See – den Wellen schutzlos ausgeliefert. Ich verstand nicht, warum ich so überfordert war, warum ich ständig gegen Widerstände kämpfen musste. Ich fühlte mich wie in einem falschen Film. Was stimmte nicht mit mir?


Ich verstand nichts. Gar nichts.

Doch wo ein Problem ist, da kann die Lösung nicht weit sein.

Aufgeben war nie eine Option.

Für mich gab es nur einen Weg: mitten rein ins Geschehen, Augen auf und durch!

Ich würde so lange suchen, bis ich die Zusammenhänge verstand und Lösungen gefunden hatte.

Das war mein erstes – wenn auch unbewusstes – Ja zu Bewusstseinsentwicklung und innerem Wachstum.

Von der Ohnmacht zur Selbstverantwortung

Mit der Zeit und durch die Menschen, die mich begleiteten, lernte ich, Unbequemlichkeiten als Chancen zu sehen. Ich fand den Weg aus der Ohnmacht in die Selbstverantwortung – und damit zurück in meine Kraft.

Denn ich hatte verstanden: Alles, was mir im Leben begegnet, hat einen Sinn.

Für alles gibt es eine Resonanz in mir. Wenn das Leben für mich ist – nicht gegen mich –, dann dient alles, was geschieht, letztlich meiner Entwicklung. Auch, wenn ich das im Moment vielleicht noch nicht begreife.

Das Leben ist ein Lern- und Entwicklungsweg

Und aus dieser Nummer komme ich nicht mehr raus. 😉 Das Ticket für die Achterbahn war gelöst, ich saß drin, und die Fahrt hatte längst begonnen. Also lernte ich während der Fahrt das Gleichgewicht zu halten.

Natürlich gab es Momente der Frustration und des Zweifelns. Aber ich habe nie aufgegeben. Ich bin immer wieder aufgestanden und weitergegangen.

Der Kreislauf inneren Wachstums

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen – und schenkt uns damit Gelegenheiten, zu wachsen. Oft über uns selbst hinaus. Für mich ist dieser Prozess zyklisch. Beim Schreiben wurde mir bewusst, wie sich die Phasen des inneren Wachstums wiederholen:

#1 Ergebnis

Jede Entwicklung beginnt mit einem Gefühl des Unbehagens. Ich bin mit einem Ergebnis, einer Situation unzufrieden. Etwas funktioniert nicht mehr. Die alten Strategien greifen nicht. Ich spüre: Es braucht Veränderung – auch wenn ich noch nicht weiß, wie.

#2 Reflexion

Im zweiten Schritt halte ich inne, schaue hin, erforsche meine Gedanken und Gefühle. Diese Phase erfordert Mut, Ausdauer, Ehrlichkeit und Geduld, denn sie konfrontiert uns mit uns selbst.

#3 Erkenntnis

Plötzlich wird klar, worum es in Wahrheit geht. Ich entdecke neue Möglichkeiten, eigne mir Wissen an, wachse über alte Grenzen hinaus.

#4 Korrektur

Ich setze um, was ich erkannt habe – und sehe am Ergebnis, ob es wirkt. Wenn nicht, beginnt der Kreislauf von vorn. So wächst Bewusstsein – Schritt für Schritt, Erfahrung für Erfahrung.

Von der Kunst, anzunehmen, was ist – und innerlich frei zu werden

Der Satz ist nicht von mir*, aber er beschreibt meine Haltung: Das Leben so zu akzeptieren, wie es nicht, heißt nicht, alles gutzuheißen.

Es gibt viele Situationen, auf die ich gern verzichtet hätte. Sie kosteten Zeit, Geld, Energie und oftmals auch Nerven.

Aber ich habe gelernt: Weglaufen lohnt sich nicht.

Die Probleme kehren früher oder später ohnehin wieder zurück, meist durch die Hintertür. Deshalb gehe ich schwierige Themen so proaktiv und direkt an, wie es mir möglich ist.

Gelingt mir das immer? Nein.

Macht es Spaß? Ganz sicher nicht.

Trotzdem tue ich es – immer wieder. Denn am Ende wartet ein Geschenk auf mich: innere Freiheit. Und sie ist mein eigentliches Ziel.

Und so wurde am Ende aus diesem Blogartikel eine Liebeserklärung an das Leben:

Silbermond: Ja!

*Der Satz stammt aus dem Buch „Kurswechsel im Kopf“ von Steven C. Hayes.

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