Es gibt Phasen im Leben, in denen spürbar wird, dass der alte Weg zu Ende geht. Nicht plötzlich und dramatisch, sondern leise. Schritt für Schritt.

Bis irgendwann klar ist: Es gibt kein Zurück mehr.

Genau so fühlt es sich gerade für mich an. Das Schreiben – auf dem Blog und im Notizbuch – tritt noch weiter in den Hintergrund. Nicht, weil es falsch war, sondern weil etwas anderes mehr Raum braucht: Regeneration, Ruhe und ein neues Lebensgefühl.

Die nächsten zwei Jahre werde ich bewusst für eine Art Auszeit nutzen.

Nicht, um „nichts zu tun“, sondern um vieles anders zu machen als bisher – und mich zu erholen. Körperlich, geistig und emotional. Denn die letzten Jahrzehnte waren anstrengender, als mir lange bewusst war. Und obwohl sich vieles angekündigt hatte, konnte ich die Zeichen zunächst nicht deuten.

Wenn Veränderungen nicht mehr aufzuhalten sind.

Im April begann ein neues Leben. Ich weiß bis heute nicht genau, was diese tiefe innere Transformation möglich gemacht hat. Vermutlich war sie die Konsequenz aus vielen Jahren intensiver innerer Arbeit. Und ja, es war meine Entscheidung, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen.

In meinem Leben gab es traumatische Ereignisse und traumatische Phasen. Mein Leben war über lange Zeit geprägt von Krisen, Überforderung und emotionalen Ausnahmezuständen. Da ich vieles im Außen nicht verändern konnte, oder mir die Veränderungen nicht zutraute, begann ich irgendwann, mich selbst zu verändern. So kam ich zur Spiritualität – und rückblickend war sie meine Rettung.

Die Spiritualität hat mir geholfen, Wirk-Zusammenhänge zu verstehen, mich selbst besser zu verstehen – und vor allem das Durcheinander in meinem Leben.

Seit ich 2023 meinen Seelenplan kennengelernt habe, wurde dieser innere Weg intensiver und auf eine neue Art fokussierter. Seitdem ist für meinen Mann und mich sehr viel Neues möglich geworden, und ohne diese Arbeit würde ich heute definitiv nicht an diesem Wendepunkt stehen. Ich habe das Gefühl, dass die Transformation, die in den letzten Wochen begann, die Konsequenz dieser langen, intensiven Arbeit ist.

Ich hatte eine Wahl, und ich habe mich für das Neue entschieden. Ohne genau zu wissen, wie dieses Neue aussehen wird.

Loslassen, was nicht mehr zu mir passt

Interessanterweise wird gerade vieles unwichtig, das früher einen großen Stellenwert hatte. Das fühlt sich nicht traurig an, sondern eher ruhig, natürlich – und stimmig.

Die Veränderungen im Familiensystem, der Tod meines Vaters, der Umzug meiner dementen Mutter ins Pflegeheim, das Ausräumen und der Verkauf des Elternhauses – all das hat mein eigenes inneres Loslassen beschleunigt.

Dann kam die Blogpause, und rückblickend war sie vermutlich einer der wichtigsten Wendepunkte überhaupt.

Denn erst durch das Loslassen dessen, was eine wichtige Rolle in meinem Leben einnahm, wurde mir bewusst, wie viele Kompensationsstrategien ich entwickelt hatte, um mein Leben überhaupt stabil bewältigen zu können. Erfolg, Leistung, Funktionieren, Tempo, ständiges inneres Antreiben – vieles davon war längst normal geworden.

Die Pause war der Moment, in dem ich langsam begonnen habe, aufzuwachen.

Warum das Schreiben gerade in den Hintergrund tritt

Gefühlt liegt mein letzter Blogartikel Monate zurück. Tatsächlich erschien er erst Anfang April – also noch gar nicht so lange her. Trotzdem fühlt es sich an wie eine Ewigkeit, weil das Schreiben früher so selbstverständlich zu meinem Alltag gehörte.

Im Moment habe ich kaum das Bedürfnis, zu schreiben. Noch nicht einmal ins Notizbuch. Das alte Pflichtprogramm, das mich so lange angetrieben hatte, wird zunehmend leiser.

Wer hätte das gedacht.

Umso überraschender war es für mich, dass plötzlich wieder das Zeichnen auftauchte. Dabei hatte ich mich erst 2024 vollständig von meiner kreativen Welt verabschiedet.

Doch dieses Mal fühlt sich vieles anders an.

Früher war Zeichnen ein wichtiger Teil meiner Alltagsdokumentation. Ich wollte ganz bewusst nicht lernen, „wie es richtig geht“, weil ich Angst hatte, in die Perfektionsfalle zu geraten.

Jetzt ist diese Angst deutlich kleiner. Ich hatte ein paar wenige Materialien behalten und jetzt damit angefangen. Und plötzlich habe ich Lust bekommen, das Zeichnen wirklich zu üben und neu zu lernen – dieses Mal ohne Ergebnisdruck. In gewisser Weise beginne ich wieder bei Null und es fühlt sich gut an. Denn ich möchte, dass es sich leicht anfühlt, und dazu gilt es, ein paar alte Ängste zu überwinden.

Ich hatte sogar einen Social-Media-Account dafür angelegt. Doch im Moment möchte ich ihn bewusst nicht befüllen. Denn für mich macht es im Moment noch einen großen Unterschied, ob ich nur für mich zeichne oder die Veröffentlichung im Blick habe.

Ich möchte nicht wieder in alte Muster geraten und muss meinen Weg noch finden.

Wie es mit dem Schreiben weitergeht, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Vielleicht bekommt der Newsletter künftig eine größere Rolle. Im Moment geht es weniger darum, Antworten zu haben – sondern darum, ehrlich mit dem zu sein, was gerade ist.

Mein Schreib-Neustart war keiner

Anfang des Jahres dachte ich noch, dass ich einfach „ein bisschen anders“ mit dem Schreiben weitermachen könnte. Aber da hatte ich falsch gedacht. Nach ein paar Wochen war die Energie weg und es ging überhaupt nichts mehr. Inzwischen weiß ich, dass das ein klares Zeichen dafür ist, dass etwas zu Ende ist.

Mein Experiment „Jenseits der Konzepte“ endete abrupt – und dann war endlich der Weg frei, für diese tiefe innere Veränderung. Rückblickend verstehe ich immer mehr, wie sehr mich Kompensationsstrategien in Form von Konzepten, Erfolgsmodellen und inneren Antreibern über Jahrzehnte geprägt haben.

Vieles davon hat mich vorangebracht – gleichzeitig auch permanent unter Druck gesetzt.

Ich war gefühlt ständig mit Tempo 180 unterwegs. Erholungsphasen kannte ich nicht und konnte deshalb keinen Ausgleich für mich finden. Und selbst Ruhephasen waren innerlich selten wirklich ruhig.

Slow Living statt Daueranspannung

Erst jetzt, wo sich durch die intensive innere Arbeit von uns beiden, meinem Mann und mir, das Leben normalisiert, wird mir bewusst, wie sich ein entspanntes Nervensystem eigentlich anfühlt. Für viele Menschen mag das selbstverständlich sein, für mich – für uns beide – ist es Neuland.

Und gerade deshalb fühlt sich diese neue Slow-Living-Phase gerade so wichtig an. Es geht nicht darum, gar nichts mehr zu tun. Sondern darum, anders zu leben. Gelassener. Bewusster. Verbunden mit mir selbst.

Ich möchte lernen, meinem eigenen Rhythmus zu folgen, statt permanent gegen mich selbst zu arbeiten.

Mein Körper braucht Regeneration. Mein Nervensystem braucht Ruhe. Und ich brauche Abstand von meiner alten Art zu leben und dem inneren Dauerantreiben.

Was Slow Living für mich wirklich bedeutet

Slow Living bedeutet für mich nicht Minimalismus oder ein perfekt entschleunigtes Leben. Es bedeutet vor allem, wieder nach innen zu hören.

Wahrzunehmen, was mir wirklich guttut.
Zu spüren, wann etwas stimmig ist.
Und aufmerksam zu bleiben, wenn alte Muster wieder auftauchen.

Denn natürlich passiert das weiterhin. Trotzdem spüre ich bereits jetzt eine große Veränderung: mehr Gelassenheit, mehr Ruhe, mehr Klarheit. Meine Gedanken sind klarer geworden – und damit auch meine Kommunikation.

Vielleicht geht es gerade zum ersten Mal wirklich darum, nicht mehr ständig etwas aus mir machen zu müssen, sondern einfach zu lernen, zu leben.

Und noch etwas verändert sich gerade deutlich: Die Themen Persönlichkeitsentwicklung und Mindset treten immer mehr in den Hintergrund. Zumindest in der Form, wie ich sie früher gelebt habe. Im Moment muss daraus kein Business entstehen. Es geht nicht mehr darum, mich ständig weiterzuentwickeln oder zu optimieren.

Es geht vielmehr darum, neu bei mir selbst anzukommen.

Was auf jeden Fall bleibt, ist meine Arbeit für das SPIRIT ME MAGAZIN, meine monatliche Kolumne „Spirit Moments“ und mein spiritueller Weg. Er war immer Teil meines Lebens und wird es auch weiterhin sein – jetzt vielleicht mehr denn je.

Ein neues Leben in meinem eigenen Rhythmus

Ich bin gerne zu Hause. Besonders an meinem Schreibtisch. Und gleichzeitig spüre ich gerade den Wunsch, wieder mehr hinauszugehen. Die Welt neu wahrzunehmen. Mich inspirieren zu lassen. Dinge zu entdecken, die lange keinen Platz hatten. Das Zeichnen ist dabei ein wunderbarer Begleiter.

Vielleicht werde ich in den nächsten Monaten mehr unterwegs sein. Reisen. Beobachten. Wahrnehmen. Leben.

Nicht mehr getrieben von einem Ziel.
Sondern geführt von Resonanz.

Für mich ist dieser Weg ungewohnt. Denn er hat wenig mit dem alten Power-Programm zu tun, das mich so viele Jahre begleitet hat. Aber ich habe mich entschieden, diesen neuen Weg zu gehen.

Langsamer, bewusster – und deutlich gelassener als früher.

➡️ Hattest du schon einmal eine Phase, in der sich dein Leben grundlegend verändert hat? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?