Ich bin für fast jedes Abenteuer zu haben. Alles, was ich noch nicht kenne oder kann, übt einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Typisch Scannerpersönlichkeit. Wenn dann aus einem spontanen „einfach mal machen“ auch noch ein echtes Miteinander wird – der Mensch passt, das Thema ist interessant –, bin ich sowieso dabei.

Meine Neugier auf neue Erfahrungen ist meist größer als mein Bedürfnis nach Sicherheit.

Genau so war es, als Tina Maria Werner mich fragte, ob ich Lust auf ein spirituelles Magazin hätte. Ein Magazin? Hatte ich noch nie gemacht. Das Thema passte, also: ja. Klar bin ich dabei. Vier Wochen später ging die erste Ausgabe des SPIRIT ME MAGAZIN online. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, was wir da „mal eben“ aus dem Nichts hervorgezaubert haben.

Und beim Zurückblicken wurde mir klar: Das war kein Einzelfall.

Mach es einfach!

Mein Zugang zu Projekten ist selten strategisch. Ich streiche mutig das „wenn, dann…“ und gehe direkt in die Umsetzung. Jetzt, hier und heute (oder morgen 😉) – mit dem, was da ist. So einfach wie möglich.

Ich bewundere Menschen, die Projekte akribisch planen, Meilensteine definieren und langfristige Strategien entwickeln. Für mich funktioniert das nicht. Zu viel Planung verwirrt mich und ich verliere die Geduld. Projektarbeit in Unternehmen fand ich immer anstrengend.

Während die einen noch überlegen, wie und ob es funktionieren könnte, bin ich meist schon unterwegs.

Natürlich plane auch ich – aber nicht bis ins letzte Detail. Denn wenn ich zu lange überlege, tauchen sie auf: Zweifel, Bedenken, Ängste und Widerstände. Ich verliere die Motivation und das Projekt endet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Sechs Projekte, die einfach entstanden sind

Beim Kramen in meiner Erinnerung habe ich sechs Projekte gefunden, die genau so entstanden sind: durch Neugier, Spontaneität und den Mut, einfach anzufangen.

Projekt Nr. 1: Eine Gruppe für Persönlichkeitsentwicklung & Spiritualität

Mitte zwanzig, lange vor Social Media, schaltete ich eine Anzeige im (Papier-)Newsletter von Vera F. Birkenbihl. Ich suchte Gleichgesinnte – und fand sie. Über Jahre trafen wir uns monatlich, tauschten uns aus und wuchsen gemeinsam. Ich schrieb meinen ersten Newsletter. Per Post. Eine besondere Zeit, an die ich bis heute gerne zurückdenke.

Projekt Nr. 2: Network Marketing Business

Auch hier bin ich eher hineingestolpert als bewusst gestartet. Ohne Erwartungen, ohne Druck. Risikofrei und wahnsinnig neugierig. Ich investierte einen großen Teil dessen, was ich damit verdiente, in Ausbildungen, Bücher und Coachings. Leichtigkeit und Freude führten überraschend schnell zum Erfolg. So sehr, dass ich mein Coaching Business erst einmal auf Eis legte.

Meine Erfahrungen aus sechs Jahren Network Marketing

Projekt Nr. 3: Geplant und völlig unentspannt: die Gründung meines Coaching Business

Ganz anders verlief die Gründung meines Coaching-Business. Hier sollte es „endlich funktionieren“. Nach Jahren der Vorbereitung sollte es mein Haupteinkommen werden – der Druck war enorm. Denn ich wollte endlich raus aus meinem ungeliebten Angestelltenjob. Im Gegensatz zum Network-Business war die Gründung meines Coaching-Business wie der Aufstieg zum Mount Everest ohne Sauerstoffflasche und Sherpas: Kräftezehrend, anstrengend und unglaublich mühevoll. Erst im Nachhinein kann ich sehen, wie traumatisch die Gründungsphase für mich war.

Projekt Nr. 4: Podcast Realtalk Selbstständigkeit

Der Podcast war eine spontane Idee. Als Nina auf Instagram erzählte, dass sie ihre Tätigkeit als Style-Coach an den Nagel gehängt hat, habe ich sie sofort geschrieben. Während wir gerade dabei waren, uns kennenzulernen, kamen wir auf die Idee, unsere Gründungserfahrungen mit anderen zu teilen. Nina brachte die Podcast-Erfahrung mit, ich die Lust auf ehrlichen Austausch und einen Sack voll Erfahrungen von mir und von anderen. Wir hatten Lust darauf und sprangen einfach ins kalte Wasser. Am Ende wurden daraus 14 Folgen. Danach war die Energie weg, es war wohl alles gesagt. Es war ein wunderbares und leichtes Hand-in-Hand-Arbeiten auf Augenhöhe.

Projekt Nr. 5: Bloggen

Das Bloggen kam zu mir, ohne dass ich es aktiv gesucht hätte. Nach zwei Blogversuchen lag das Thema seit Jahren auf Eis, um durch den Jahresrückblog wieder zum Leben erweckt zu werden. Es funkte sofort. Nach zwei Wochen hatte ich die Coaching-Website umgebaut, um mit einer rudimentär fertigen Seite zu starten. Das Schreiben machte mir unglaublich viel Freude, ich bin regelrecht über mich selbst hinausgewachsen. Daraus entstand das nächste Projekt.

Projekt Nr. 6: Huch, mein erstes Buch

Kein Verlag, kein Bestseller – genau das machte es so leicht und besonders reizvoll. Schreiben ohne Veröffentlichungsdruck. Nur für mich. Neun Geschichten und zwei Monate später hielt ich es in meinen Händen. Wieder eine Hürde weniger – wie cool ist das denn!

Buch liegt auf Tastatur des Laptop

Fazit

Wir sollten uns viel öfter gegenseitig ermutigen, Projekte – egal wie groß oder klein – einfach zu starten. Nicht perfekt. Nicht vollständig durchdacht, sondern mit dem, was jetzt da ist. Der Rest entwickelt sich auf dem Weg und ganz von allein.

Natürlich hängt alles vom Risiko ab. Hohe Investitionen brauchen andere Entscheidungen als kleine Herzensprojekte. Doch wenn ich nicht mehr zu verlieren habe als Zweifel, Ängste und innere Widerstände – warum nicht loslegen?

Denn selbst wenn ein Projekt endet, scheitert oder sich anders entwickelt als gedacht, bleibt immer etwas: Erfahrung, Wachstum und Selbstvertrauen. Und dafür gehe ich gerne heiter weiter ins nächste Abenteuer.