Wieso die Frage nach dem WARUM gar nicht so einfach zu beantworten ist

In unserer zweiten Podcastfolge geht es um die Frage nach dem WARUM. Okay, die Frage ist nicht neu und wenn du dich schon mal mit der Sinnhaftigkeit deiner Arbeit auseinandergesetzt hast, weißt du was ich meine. Mich bewegt diese Frage seit ich im Berufsleben gestartet bin und bei meiner Arbeit ist sie sowieso ein Dauerbrenner 😆 Jeder schleicht irgendwie drumherum, denn die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Den wenigsten ist bewusst „warum sie tun, was sie tun“, die Antwort ist tief in uns verborgen. Wir müssen also etwas graben und ich nehme dich heute mit auf meine Suche nach dem WARUM.

Simon Sinek und der „Golden Circle“

Wenn es um das Thema des WARUM geht, kommt man am Golden Circle von Simon Sinek nicht vorbei. Vielleicht kennst du seinen TED Talk dazu? Simon Sinek hat herausgefunden, dass alle großen und inspirierenden Führungspersönlichkeiten und Organisationen in einer ganz besonderen Art und Weise Denken und Handeln. Sie sprechen nicht davon WAS sie machen, sondern WARUM sie etwas machen und woran sie glauben. Und das ist spürbar, denn das WARUM ist eine recht emotionale Angelegenheit.

Ich weiß ganz genau, was er damit meint. Bist du schon mal auf Unternehmen oder Unternehmer*innen, gestoßen, die ein starkes WARUM haben? Dann wirst du mir zustimmen, dass sie irgendwie besonders sind. Anders. Wir spüren das auf einer unbewussten, emotionalen Ebene.

Ich habe – da war ich noch nicht lange im Berufsleben – einen solchen Unternehmer kennengelernt und war zutiefst beeindruckt von seiner Art zu Denken und zu Arbeiten. Wenn wir am Tisch saßen, war das ein Feuerwerk der Inspiration und es entstanden unglaublich tolle Ideen. Es berührt mich heute noch, wenn ich an unsere Gespräche zurückdenke. Inzwischen habe ich fast nur noch solche Menschen um mich: Menschen mit Weitsicht und Tiefgang.

Wie finde ich mein WARUM?

Ich habe versucht, mich der Frage schreibend zu nähern. Habe mich an der Theorie entlang gehangelt und bin erst mal grandios gescheitert. 🤯 Nach zwei Stunden am Laptop war ich so frustriert, dass ich aufgeben wollte. Aber das ist ja bekanntlich keine Option für mich. Irgendwo habe ich dann noch gelesen, dass die Übersetzung des WHY eigentlich nicht WARUM lautet, sondern WOFÜR. Auch gut. Dann würde die Frage nicht lauten

„WARUM tue ich was ich tue“, sondern „WOFÜR tue ich, was ich tue.“

Ja, das macht es durchaus griffiger, hilft mir aber nicht wirklich weiter. Das Thema hat mich am nächsten Tag weiter beschäftigt und wie es der Zufall will, wurde ich fündig. Im Moment lese ich das Buch „The one thing“ von Gary Kellner, und bin in Kapitel 13 auf das Thema „Lebenszweck“ gestoßen: „Wie nutzen Sie Ihren Lebenszweck, um ein außerordentliches Leben zu erschaffen?“ Hmm… ja, darum geht es irgendwie….

Sind wir auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit?

Seiner Ansicht wünschen wir Menschen uns Glück und Zufriedenheit. Das ist der Antrieb hinter all unserem Handeln. Das Problem ist nur, dass wir uns dabei auf die Anhäufung von Geld und dem Besitz materieller Güter fokussieren. Diese Dinge steigern unsere Zufriedenheit für einen kurzen Moment, die Euphorie verraucht jedoch sehr schnell. Kellner ist der Meinung, dass es um das Thema Erfüllung geht. Laut Dr. Martin Seligman, sind Engagement und Sinn die bedeutendsten Faktoren für Erfüllung. Aber so ganz zufrieden macht mich das auch nicht. Schlußendlich geht es doch um die Frage:

Was motiviert mich morgens, aufzustehen und meinen Tag zu beginnen?

Wie Simon Sinek Erfüllung definiert

Inzwischen ist das Buch „Finde dein Warum“ von Simon Sinek bei mir angekommen. Im Vorwort schreibt er: „Persönliche Erfüllung ist kein Privileg, sie ist ein Recht. Jeder von uns hat das Recht, in seiner Arbeit Erfüllung zu finden, inspiriert in die Arbeit zu gehen, sich am Arbeitsplatz sicher zu fühlen, und mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, zu etwas beigetragen zu haben, das über ihn hinausgeht. Erfüllung ist kein Lotteriegewinn. Es ist kein Gefühl, das einer kleinen Minderheit vorbehalten ist, die sagen kann: „Ich liebe das, was ich tue.“

Die Anleitung: Wie man sein WARUM findet

Inzwischen bin ich dabei, mir die wichtigsten Punkte aus dem Buch „Finde dein Warum“ herauszuschreiben: Wir finden unser WARUM, indem wir ungefähr zehn besondere oder wichtige Lebensgeschichten sammeln, die uns emotional berühren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es positive oder negative Geschichten sind. Man entscheidet sich für ein paar wenige und erzählt sie dann seinem Prozessbegleiter (das kann jeder sein, der einem nicht zu nahe steht). Dieser stellt zu jeder Geschichte Fragen und so kommt Stück für Stück das WARUM zum Vorschein. Simon Sinek schreibt, dass ein Gegenüber wichtig ist, denn alleine kommt man sich an der Stelle wohl nicht auf die Schliche. Vermutlich ist das der Grund, warum viele an der Stelle nicht weiterkommen.

Ich war dann doch zu neugierig und habe nach ein paar Geschichten gesucht. An ein paar habe ich mich sofort erinnert und je länger ich im Buch lese, umso mehr fallen mir ein. Was ich dir schon verraten kann: Es wird ganz schön emotional!!! Aber das ist auch gut so, denn das ist ein Zeichen dafür, dass wir auf der richtigen Spur sind.

Ha! Aber das wars ja noch gar nicht. Wo ich so am Bücherregal stehe, fällt mir das Buch „Mindful Social Media Marketing“ von Bianca Fritz ein. Darin geht es auch ums WARUM. Sie bezieht sich auf den „Golden Circle“ von Simon Sinek, hat aber einen weiteren – wie ich finde – wichtigen Gedanken.

Das WARUM ist für Selbstständige wichtig – heute mehr denn je!

Auf die Frage nach dem eigenen WARUM kommt man – vor allem, wenn man selbstständig ist – sowieso nicht herum. Die kommt in jedem Positionierungs-Leitfaden vor und das ist ja auch richtig. Trotzdem finden die wenigsten eine zufriedenstellende Antwort. Mir geht es da nicht anders und ich bin auch der Meinung, dass man sich Zeit geben darf, sein WARUM zu finden. Druck hat hier einen eher gegenteiligen Effekt…

Zurück zum Buch von Bianca Fritz. Sie erklärt das WARUM so: „Das Schöne, wenn man sein WARUM bei der Kommunikation in den Vordergrund stellt, ist, dass es keine Probleme gibt, wenn man neue Angebote und Produkte ins Programm nimmt.“ Das Beispiel Apple zeigt klar:

Sogar das WIE darf sich ändern, solange man seinem WARUM treu bleibt.“

Jetzt wird es persönlich: Mein WARUM

Es ist mir trotzdem noch nicht gelungen, mein WARUM in einen einzigen Satz zu packen. Aber weißt du was? Das ist auch nicht schlimm, das kommt schon noch. Ich bin auf dem Weg. Aber ich kann dir schon mal beschreiben, warum ich tue, was ich tue. Na ja… ich versuche es zumindest mal. 😉

Also…. warum tue ich, was ich tue?

Ich mache meine Arbeit, weil ich anderen Mut machen möchte, ihre Träume aus der Kiste im Keller zu holen, sich auf den Weg zu machen, sie zu verwirklichen, und sich auch von Hindernissen nicht aufhalten zu lassen, sondern – im Gegenteil – daran zu wachsen und dadurch stark, selbstbewusst und innerlich frei zu werden. Denn durch die eigene Veränderung verändern wir die Welt!

Puh! Was für ein Schachtelsatz! 😂 Das ist meine erste spontane Idee dazu. Auch wenn es noch nicht auf den Punkt ist, scheine ich ein starkes WARUM zu haben, denn inzwischen hat sich mein Kontext geändert. Das Coaching Business habe ich aufgegeben, das WARUM ist dasselbe. Sehr spannend. Wenn mich jemand fragt, warum ich mein Coaching Business aufgegeben habe, sage ich immer: „Weil ich eine Möglichkeit gefunden habe, mit der Veränderung noch wirksamer möglich ist. Vorausgesetzt, du hast noch Träume.“

Bianca Fritz schreibt auch: „Es geht bei der Frage nach dem Warum auch darum, dass wir größer denken:

Wie würde die Welt sein, wenn mehr Menschen so arbeiten
würden wie ich? Was würde sich verändern?“

Jetzt schauen wir weit über unser direktes Umfeld hinaus – ganz weit über den Tellerrand. Und da komme ich meinem WARUM schon sehr nahe. Denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir mit unserer eigenen Veränderung die Welt um uns zu verändern. Und wenn das jeder tut….

Als Business Mentorin befähige ich andere, dasselbe zu tun wie ich. Sie bekommen von mir alles an die Hand was sie brauchen, um andere Menschen auf dem Weg zu ihren Zielen zu begleiten. Damit erreiche ich so viel mehr Menschen, als mir das alleine möglich wäre. Und vielleicht mache ich dadurch die Welt tatsächlich ein besser. Und woran du merkst, dass du dein WARUM gefunden hast?

Es ist ein Satz, der dich im Innersten berührt
und zur Leitplanke deines Handelns wird.

Woran merke ich, dass ich ein starkes WARUM habe?

Ich bin ja der Meinung, dass jeder ein WARUM hat. Einen tiefen Grund für das, was wir tun. Wir sind uns dessen nur nicht bewusst. Aber wie merken wir, ob wir ein starkes WARUM haben? Jedes Mal, wenn du auf dem Weg zu deinem Ziel, einem Hindernis nicht ausweichst, sondern tapfer & mutig voranschreitest, hast du ein starkes WARUM. Wenn du weitergehst und nicht aufgibst.

Die Suche nach dem WARUM geht weiter

Ich bin gerade dabei, mich mit der Anleitung vertraut zu machen, um morgen die erste Person durch den Prozess zu führen. Ich freue ich unglaublich darauf und bin gespannt, wie das sein wird. Ich werde weiter berichten…

3 Kommentare

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