Hochsensibilität, Introvertiertheit, Scannerpersönlichkeit: 3 Bücher, die mein Leben verändert haben

Hättest du mich als Teenager auf einer Party getroffen, du hättest ein schüchternes junges Mädchen kennengelernt, das beobachtend in der Ecke steht und darauf wartet, dass der wilde Spuk endlich zu Ende ist. Vielleicht hättest du sie auch, in ein Gespräch vertieft, in der Küche entdeckt. Die glücklich ist, wenn sie alleine Zuhause ist, im Gegensatz zu ihren Freunden, die sich schon bei einem einzigen Abend ohne Gesellschaft einsam fühlen.

Einige Jahre später hättest du eine junge Frau kennengelernt, mit wilden Ideen im Kopf, die stapelweise Bücher zu den unterschiedlichsten Themen liest und ständig auf irgendwelchen Seminaren unterwegs ist. Die sich fragt, was an ihr nicht stimmt, denn sie fühlt sich so „anders“ als die Menschen um sie herum.

Viele Jahre später hättest du eine Frau getroffen, die mit ihren großen Zielen meist Kopfschütteln erntet. Der gesagt wurde, dass das mit der Selbstständigkeit eine verrückte Idee wäre, da sie ja kaum Menschen kenne und kein Netzwerk hätte. Aber auch eine Frau, die mutig & tapfer ist. Die nie aufgeben würde, bevor sie ihr Ziel nicht erreicht hätte. Du hast es natürlich erraten: Diese Frau bin ich.

Warum diese 3 Bücher für mein Leben so wichtig waren

Heute geht es um die drei Bücher, die mir bewusst gemacht haben, wer ich wirklich bin. Sie haben meinen Empfindungen Worte gegeben, meinen Eigenschaften Namen. Sie haben mir das Gefühl, falsch zu sein, genommen. Ich habe durch die Bücher gelernt, dass ich mit meinem „anders sein“ in guter Gesellschaft bin und dass alles mit mir in Ordnung ist. Heute bin ich superglücklich mit all diesen Eigenschaften und Fähigkeiten. Ich empfinde sie als wertvolle (auch berufliche) Kompetenzen und – Ja!! – ich feiere sie sogar!

Sensibel und feinfühlig zu sein, ist wunderbar

Das Buch „Wenn die Haut zu dünn ist“ von Rolf Sellin war eine große Erleichterung für mich. Ich war schon immer ein bisschen „empfindlich“ und merke schnell, wenn irgendwo dicke Luft ist. Damit, und mit meiner Schüchternheit, hatte ich mich bis dahin immer irgendwie „falsch“ gefühlt. Inzwischen empfinde ich meine hohe Wahrnehmungsfähigkeit definitiv als Vorteil, auch beruflich. Ich habe nicht nur ein gutes Gespür für mich selbst, sondern auch für die Menschen in meinem Umfeld.

Wie sich die Hochsensibilität bemerkbar macht? Ich bin kein Fan von großen Menschenansammlungen und nach zwei bis drei Stunden in der Stadt bin ich irgendwie „durch“ und ausgelaugt. Zu viel Spannung – zum Beispiel bei Filmen – ist übrigens auch nichts für mich. Da halte ich mir schon mal ein Kissen vors Gesicht oder verlasse den Raum. Beim Film „A beautiful mind“ habe ich das Kino verlassen. Ungerechtigkeiten gehen übrigens auch nicht!

Beruflich feiere ich diese Eigenschaft, weil ich sehr viel spüre und wahrnehme. In der Zusammenarbeit mit anderen ergibt das eine größere Tiefe, eine fast schon magische Zusammenarbeit und sensationelle Ideen.

Eine explosive Mischung: Introvertiert trifft auf Extrovertiert

Für mich liegen Hochsensibilität und Introvertiertheit sehr nah beieinander. Und da sind wir auch schon bei Buch Nummer zwei: „Still – Die Kraft der Introvertierten“ von Susan Cain. Dieses Buch hat für mich alles – wirklich alles! – verändert. Noch mehr als das Buch über Hochsensibilität.

So unterschiedlich mein Mann und ich waren, so passend war das für unsere ganz besonderen Eigenschaften. Ich als Introvertierte konnte ihm, dem Extrovertierten, mit Leichtigkeit all den Raum geben, den er brauchte. Es war mir gerade recht, dass ich mich hinter ihm verstecken konnte. Das Blöde war nur, dass er es liebte, unter Menschen zu sein, während ich händeringend nach Ausreden suchte, um Zuhause bleiben zu können.

Durch das Buch habe ich nicht nur meine eigenen Bedürfnisse besser verstanden, sondern auch die von Johannes. Und umgekehrt. Das Buch hat Ruhe in unser Leben gebracht und unsere Beziehung nachhaltig positiv verändert.

Beim Lesen gingen mir Kronleuchter auf

Ich verstand, warum ich mich niemals einsam fühlte, wenn ich mit mir alleine war. Ja, dass ich diese Zeit für mich sogar brauchte. Ich verstand, warum ich keinen Spaß an Partys hatte und viel lieber mit einer Person tiefe Gespräche führte. Und es erklärte, warum ich vielen in meinem Umfeld mit meinen ständig neuen Ideen, und dem Wunsch nach tiefschürfenden Gesprächen, ganz gehörig auf die Nerven ging.

„Wenn ich weiß, wer ich bin und wie ich mit mir
umgehen muss, gewinnt das Leben an Leichtigkeit.“

Im beruflichen Kontext bedeutet Introvertiertheit für mich, dass ich immer wieder Zeiten brauche (eher mehr als weniger), in denen ich alleine und ungestört vor mich hinarbeiten kann. Ich liebe den Austausch mit anderen, aber ich darf mir nicht zu viel davon in einen Tag packen, sonst bin ich abends ausgelutscht. Small Talk kann ich inzwischen, aber dann darf es gerne schnell in die Tiefe gehen.

Die Schüchternheit habe ich inzwischen hinter mir gelassen und gelernt, wie Netzwerken geht. Introvertierte sind dafür besonders geeignet, denn sie sind feinfühlige Gesprächspartner, die gut zuhören können.

Zum Glück bin ich eine Scannerpersönlichkeit

Ich hatte hier schon darüber geschrieben, dass ich fast mein ganzes Berufsleben lang auf der Suche nach meiner Berufung war. Nach DEM einen und einzigen Beruf, der meinen Fähigkeiten entspricht und mir die Möglichkeit gibt, meine Potenziale weiterzuentwickeln. Hätte ich damals gewusst, dass ich eine Scannerpersönlichkeit bin, mein Leben wäre definitiv entspannter verlaufen.

„Refuse to choose“ von Barbara Sher (Deutsch: „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“) habe ich der englischen Version entdeckt, auf Deutsch erschien es erst einige Jahre später. Es war mindestens genauso wichtig, wie das Buch „Still: die Kraft der Introvertierten“ von Susan Cain.

Stillstand ist Rückschritt

Seit diesem Buch weiß ich, warum ich so offen, wissbegierig und begeisterungsfähig bin. Warum ich die Magie des Neuanfangs liebe und mich Routinen zu Tode langweilen. Ich kann verstehen, dass ich für mein Umfeld eine ganz schöne Herausforderung sein kann. Auch, weil ich manchmal in einem sehr hohen Tempo unterwegs bin. Eine Freundin brachte es mal auf den Punkt: „Bevor ich mir das Buch, das du mir empfohlen hattest, kaufe, bist du schon zwei weiter.“

Heute ist mir klar, warum jede klassische Positionierungsarbeit, die ich für mein Business machte, scheiterte. Scheitern musste, wenn man all das nicht berücksichtigt. Eine „spitze“ Positionierung definiert sich für einen Scanner anders, als für einen Spezialisten.

In meiner beruflichen Aufgabe muss immer Platz für Wandel und
Veränderung sein. Für neue Ideen, Lern- und Wachstumsmöglichkeiten.

Inzwischen gibt es sehr viel mehr Bücher zu all diesen Themen. Besonders gut finde ich die Bücher von Anne Heintze, wie zum Beispiel „Außergewöhnlich NORMAL“ . Ich kann sie ausnahmslos empfehlen.

Ich brauche keine Schubladen mehr

All diese Bücher haben mir geholfen, meine „Schublade“ zu finden. Inzwischen bin ich aus der Schublade wieder rausgehüpft, denn es ist mir egal wie heißt, was ich bin. Ich bin sogar der Meinung, dass die Begriffe manchmal ein bisschen inflationär verwendet werden. Und wenn ich so Sätze höre wie „Ich bin…. und kann deshalb nicht….“, stellen sich mir sowieso die Nackenhaare auf. Ich habe bei mir selbst erlebt, wie sich diese Facetten durch innere Arbeit verändern können und ganz natürlich in mein Leben integrieren.

Ich bin ein Gesamtpaket und als solches fühle ich mich mit all meinen Besonderheiten wunderbar. Ich hoffe, dass es dir ähnlich geht und du dich – genauso wie du bist – feiern kannst. Die Welt braucht dich!

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12 Kommentare

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  2. Angelika Pütz

    Liebe Marita, mir hast Du mal gesagt, ich sei ein ..Generator. Das kam von Dir, ich habe keinen Test gemacht. Woher weißt Du das resp. wo kann ich die Eigenschaften von dem, was ich bin, mal nachlesen? Liebe Grüße Angelika

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  5. Liebe Marita, das alles kommt mir so bekannt vor, auch wenn ich mich vielleicht nicht als hochsensibel sehen würde. Aber die Themen Scannerpersönlichkeit, introvertiert, schüchtern … da kann ich sehr gut mitfühlen. Und auch mir geht es so, dass ich mich mit meiner besonderen Persönlichkeitsstruktur inzwischen versöhnt habe.
    Freue mich darauf, mehr von dir zu lesen!

    Liebe Grüße von der Ostsee
    Astrid

    • Marita Eckmann

      Liebe Astrid,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich gehöre auch nicht zu den „typisch“ Hochsensiblen. Falls es die überhaupt gibt??? Bei mir zeigt sich das sehr gemäßigt und deshalb kann ich es gut nehmen. Die Scannerin in mir ist die größere Herausforderung, aber wem erzähle ich das 😉 Es ist ein immer neues Ausloten und Mitte finden. Trotzdem liebe ich genau diese Eigenschaft, denn es wird nie langweilig werden. Und bei Dir auch nicht.

      Gruß, Marita

  6. Das Buch von Barbara Sher fand ich auch großartig!! Susan Cain liegt noch auf meinem Stapel ungelesener Bücher und Rolf Sellin habe ich auch schon gelesen, allerdings nicht dieses Buch von ihm.

    Wenn du noch mehr Empfehlungen zum Thema Hochsensibilität brauchst, lass es mich wissen!

    Liebe Grüße, Nina

    • Marita Eckmann

      Und nochmal ich 🙂 Ja, Barbara Sher war ein Gamechanger, genauso wie Susan Cain. Von Rolf Sellin gibt es auch ein neueres, ich war sogar mal bei ihm zum Coaching. Ich schicke Dir eine Mail 🙂

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