Den letzten Jahreswechsel haben wir an der Nordsee verbracht, was sehr schön und besonders war. Trotzdem bin ich froh, dass wir ihn in diesem Jahr Zuhause verbringen. Ich genieße diese Tage, in der ich entspannt all die Dinge erledigen kann, die liegengeblieben sind. Ich sortiere meine Unterlagen, schaue nochmal auf 2023 und richtige mich aufs neue Jahr aus. Ich habe den nahezu terminfreien Dezember sehr genossen, auch wenn es zwischendrin ein paar Unebenheiten gab.

Ungeplant: Erster Advent im Hotel

Nach einem viertägigen Businesstrip nach Hamburg und Wismar, mit Übernachtungen in unterschiedlichen Hotels, hatten wir uns auf unser Zuhause gefreut. Aber da hatten wir uns zu früh gefreut, denn durch das Schneechaos wurden sämtliche Flüge annulliert und wir saßen in Hamburg fest.

Wir fanden das nicht besonders lustig, denn Johannes war gerade dabei 🤒 krank zu werden, das Hotel konnten wir nicht verlängern und die Hotline der Fluggesellschaft war völlig überlastet. Geistesgegenwärtig buchte Johannes ein Hotel in der Nähe des Flughafens, so dass wir schon mal ein Zimmer hatten. Ich war heilfroh, als wir am Terminal unsere Rückflüge gebucht hatten und Johannes endlich im Hotelbett lag. Ich machte mich gleich auf die Suche nach einem Supermarkt, denn die nächsten beiden Tage würden wir im Hotel verbringen.

Grundsätzlich kann ich mich überall wohlfühlen, aber das kleine Hotelzimmer bot nicht sonderlich viel Bewegungsspielraum und mit einem kranken Mann die Zeit dort zu verbringen, ohne sich anzustecken, war eine echte Herausforderung. 🙄

Aber Schreiben geht überall und so verzog ich mich die meiste Zeit in die Hotellobby. Dabei entstand sogar ein Blogartikel, denn wir hatten am Vortag an einem Mini-Onlineworkshop zu Thema Weihnachten und Advent teilngenommen, der mich zum Nachdenken anregte. Mit ziemlicher Verspätung flogen wir am Montag endlich zurück nach München. Ich hatte beim Start Tränen in den Augen, so dankbar war ich für den Rückflug. Zumal alle nachfolgenden Flüge storniert wurden. 😱 Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das für Menschen sein muss, die aus Krisengebieten ausgeflogen werden. Wir waren froh und dankbar, als wir wieder Zuhause waren. Dass der Koffer erst eine Woche später nach Hause kam, war dabei das kleinere Übel.

Digital unterwegs

Für unseren Kurztrip in den Norden hatte ich ganz bewusst schmal gepackt. Das stellte sich, besonders im Bezug auf die Annullierung des Fluges, als Glücksfall heraus. Denn die technischen Geräte kommen sowieso immer ins Handgepäck und so hatte ich alles griffbereit und konnte die vielen Wartezeiten gut nutzen. Bücher hatte ich über die Kindle App, Notizen wollte ich in Goodnotes machen und für die Einträge im Notizbuch wollte ich alles in einer Worddatei festhalten, um sie Zuhause ausdrucken. Ich bin ziemlich überrascht, wie gut das funktioniert hat.

Auch die Dokumentation der Tage im Notizbuch hat in Word richtig gut funktioniert, denn die Fotos waren sowieso in der Cloud. Normalerweise brauche ich Zuhause locker eine Stunde, um alle Fotos auszudrucken, sie ins Notizbuch zu kleben, und die Texte zu schreiben. Jetzt musste ich nur das Dokument ausdrucken und einkleben.

Übrigens habe ich festgestellt, dass ich digital völlig anders schreibe. Nicht nur, dass ich unterwegs direkt Notizen machen, sie sind auch ausführlicher und haben mehr Tiefe. Das war eine ziemlich spannende Erkenntnis und ich will Reflexionen zu bestimmten Themen ebenfalls in jeweils eigenen Worddokumenten festhalten. Nein, nicht in Goodnotes, weil mir das Schreiben mit dem iPad (auch mit Tastatur) zu mühselig ist.

Komfortzonen-Dehnung

In einem kleinen Workshop hatten wir uns mit dem Thema Komfortzone befasst. Wir haben uns einen Bereich ausgesucht, in dem wir unsere Komfortzone etwas dehnen möchten und mal nicht im Verstand nach Ideen gesucht, sondern die Intuition befragt. Die Ergebnisse waren überraschend und durchaus witzig. In einem Anflug von Wahnsinn 😉 habe ich beschlossen, meine liebgewonnene Morgenroutine aufzubrechen. Statt gemütlich lesend in den Tag zu starten, habe ich beschlossen, direkt aus dem kuschlig warmen Bett in die Klamotten und in die Kälte zu hüpfen. Ich hatte das schön öfter gemacht, aber nach spätestens einer Woche hatte immer das kuschlig warme Bett gesiegt 😂

Jetzt also ein neuer Versuch. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten war ich ziemlich überrascht, wie gut das funktionierte und wie wenig mir die Kälte ausmachte. Und weil ich sowieso viel zu viel sitze, habe ich mich mehrmals am Tag aufs Bellicon gestellt. Mit dem Ergebnis, dass ich während des Tages mehr Energie hatte. In der Woche vor Weihnachten wurde der neuen Routine ein jähes Ende gemacht, aber es fällt mir seitdem leichter, morgens eine kleine Runde zu laufen oder gleich ein paar Einkäufe zu erledigen. Ich werde die Routine sicher fortsetzen. Manchmal braucht man einfach mehrere Anläufe, um eine neue Gewohnheit zu installieren. 🤷‍♀️

Weihnachten: Alles, außer gewöhnlich

Das Elend begann in der Weihnachtswoche, kurz nach dem Weihnachtsessen. Wir hatten beide Fisch gegessen, den sich Johannes noch in derselben Nacht wieder durch den Kopf gehen ließ. Ich war am nächsten Tag dran. Magen Darm vom Feinsten. Es ging nichts mehr. Gar nichts. Als hätte man uns den Stecker gezogen. Deshalb habe ich so gut wie keine Weihnachtskarten geschrieben. Glücklicherweise hatte ich zumindest die allerwichtigsten Dinge erledigt und den Jahresrückblick veröffentlicht. 🤩 Als ich mich wieder einigermaßen auf den Füßen halten konnte, habe ich mich noch kurz in den Weihnachtswahnsinn im Supermarkt gestürzt. Man hat ja das Gefühl, dass nach Weihnachten alles zu Ende ist. Die Regale waren teilweise leer!! 😱

Ich bin dann alleine zu meinen Eltern gefahren, denn Johannes war noch ziemlich wackelig auf den Beinen. Mir ging es etwas besser, aber ich hatte sowieso keine Lust, die Tage mit drei kranken Menschen zu verbringen. Die Tage mit meinen demenzkranken Eltern würde sowieso schon 100% Präsenz und Aufmerksamkeit fordern.

Obwohl ich noch nicht ganz fit war, bin ich trotzdem los, denn ich hatte meinen Eltern einen kleinen Abstecher nach Ulm versprochen (Nein, wir waren nicht auf dem Weihnachtsmarkt) und sie erwarteten mich. Als ich ankam, war ich ziemlich überrascht, wie sehr mein Vater körperlich abgebaut hatte. Mein letzter Besuch lag erst acht Wochen zurück! Am Heiligen Abend haben wir das Haus geputzt. 😂 Ich weiß, das hört sich etwas komisch an, für mich war es völlig okay. Ich will trotzdem kurz den Hintergrund erklären.

Meine Eltern sind beide schon etwas dement und die Reinigung des Hauses haben sie nur bedingt im Blick. Blöderweise mag es mein Vater nicht, wenn ich bei meinen Besuchen putze. Deshalb mache ich das Wichtigste heimlich, still und leise. Und weil er dieses Mal überraschenderweise nicht meckerte, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mit ihnen gemeinsam den „Weihnachts-Hausputz“ erledigt.

Den Heiligen Abend haben wir bei meinem Bruder und seiner Familie verbracht und er war ziemlich lustig. Am ersten Weihnachtsfeiertag bin ich nach dem Mittagessen wieder zurück nach München. Nach einem ausgiebigen Salzbad habe ich einfach nur die Füße hochgelegt, denn ich war ziemlich platt.

Strickliesel

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Socken gestrickt habe, es muss Jahre her sein. Johannes‘ Socken waren hinüber und für Zuhause wollte er wieder selbstgestrickte haben. Genau so, wie die, die jetzt hinüber waren. Kein Problem, die Eckmann ist ja ein Dokumentations-Profi und hat alle Socken, die sie jemals gestrickt hat, dokumentiert. Und so brauchte ich nur Wolle zu kaufen, die alten Maße rauszukramen und loszulegen. Mit dicken Nadeln werden sie ziemlich fix fertig sein.

I love it: Collagen im Notizbuch

Die digitale Collage für den Jahresrückblick fand ich ich ziemlich cool, es wird sicher nicht die letzte sein. Und dann geisterte das Wort „Perspektive“ tagelang in meinem Kopf herum. Grund genug, daraus eine Collage im Notizbuch zu machen. Du willst nicht wissen, wie es auf und um meinen Schreibtisch herum ausgesehen hat, 🙈 aber es macht mega viel Spaß. Das ist übrigens nicht die erste Collage im Notizbuch und ich habe mir vorgenommen, sie alle mal in einem Blogartikel zu zeigen. Für mich sind das immer auch kleine Visionboards.

Ein Buch, das mich noch länger begleiten wird

Wie immer habe ich mehrere Bücher herumliegen, in denen ich immer wieder blättere. Das Buch „Wie Siddhartha zum Buddha wurde“ begleitet mich seit November und ich hab noch locker zwei Drittel vor mir. Es ist kein Buch für die Handtasche, weshalb ich vermutlich noch länger daran lesen werde. Thich Nhat Hanh erzählt darin die Lebensgeschichte Siddhartha Gautamas, des historischen Buddha. Ich lese sehr gerne darin, auch weil es die Weisheiten des Buddhismus so schön beschreibt. Wer sich für die Geschichte des Buddhismus interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen.

Ein ganz besonderer Film

Diesen Monat habe ich einen ganz besonderen Film für dich. Ein leiser und doch sehr tiefgründiger und herzerwärmender Film. Zuerst habe ich nicht so recht verstanden, worum es eigentlich geht (ich recherchiere gerne kurz um etwas über die Handlung zu erfahren, habe es aber in diesem Fall nicht getan) und wollte schon abschalten, und dann wurde der Film richtig schön. Und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise. Worum es geht? Der körperlich behinderte Hobby-Philosoph Igor trifft auf den 24/7 Bestattungsunternehmer Louis und daraus entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft und eine abenteuerliche Reise im Leichenwagen. „GLÜCK AUF EINER SKALA VON EINS BIS ZEHN erzählt mit viel Humor von einer außergewöhnlichen Freundschaft, die mit Vorurteilen gründlich aufräumt, und vor allem eines feiert: das Leben an sich.“

Throwback Dezember 2022

  • Premiere: Im Dezember habe ich auf dem Blog meinen ersten Jahresrückblick veröffentlicht.
  • Wir nennen das Kind beim Namen: Demenz. Vom Weihnachtsfest 2022 fuhr ich sehr berührt und ziemlich irritiert nach Hause. Uns war klar, dass es ein Ereignis braucht, damit wir Handeln können. Das Ereignis kam im August diesen Jahres.
  • Mal was anderes: Wir verbringen den Jahreswechsel an der Nordsee. Während dieser Zeit habe ich das  Buch „In der Mitte der Mensch*“ von Bodo Janssen gelesen.
  • Johannes hat mein Büro übernommen. Ich arbeite seitdem wieder in unserer Wohnung und bin damit immer noch happy.

Was sonst Dezember noch los war

  • Keine Verpflichtungen! Deshalb habe ich an keinem Rauhnachts-Programm teilgenommen. Nach dem ruckeligen Dezember war mir diese Zeit-Freiheit wichtig. Meine Ziele werde ich trotzdem verwirklichen.
  • Kurz vor Silvester hat Tina Maria Tarotkarten intepretiert und ich durfte den ganzen Tag assistieren. Sehr spannend, ich habe viel gelernt.
  • Das Fahrzeug meines Vaters ist endlich wieder beim Händler. Das Winterchaos und die Magen Darm Geschichte hat alle Pläne über den Haufen geworfen, aber nach Weihnachten haben wir es endlich geschafft, dass Fahrzeug zurück nach Schwaben zu bringen.

Was ich für Januar geplant habe

  • Für 2024 wird es nur ein Motto geben und ich hoffe, dass ich bald Zeit zum Schreiben habe. Denn für den Januar steht das SPIRIT ME MAGAZINE im Fokus und da die Dinge bei Tina Maria und mir nicht so liefen, wie wir das geplant hatten, liegt noch etwas Arbeit vor uns. Aber ich freue mich auf dieses neue Projekt.
  • Deshalb könnte es sein, dass es im Januar weniger Blogartikel gibt als ich mir das vielleicht wünsche. Aber da es für mich 2024 darum geht das zu tun, was FÜR MICH richtig und wichtig ist, ist das eine gute Übung.
  • Ich hab‘ zwar dreißig Jahre lang im Büro gearbeitet, aber inzwischen nervt mich Büroarbeit ein bisschen. 🙄 Er hält mich von dem ab, was ich eigentlich tun möchte. Den Bürokram meiner Eltern hatte ich den ganzen Dezember vor mir hergeschoben, weshalb es jetzt keine Ausreden mehr gibt.

Mein Lieblingssong im Dezember

Bye bye, du intensives Jahr

Mit diesem Foto verabschiede ich mich aus diesem Jahr. Es entstand heute, als ich am Schreibtisch nochmal in meinen Notizbüchern stöberte. 2023 war ein unglaubliches, intensives und sehr besonderes Jahr. Für mich war es lebensverändernd und das meine ich wörtlich. Ich hoffe, du hattes ein wunderbares 2023. Wir lesen uns wieder in 2024!

Worüber ich im Dezember gebloggt habe

Monatsrückblick: Bunt und kreativ durch den November

Dieser Monatsrückblick kommt live aus Wismar, denn ich habe gerade eben das Beitragsfoto gemacht, den Beitrag im Hotel fertiggestellt und veröffentlicht…

Was Weihnachten und die Adventszeit für mich bedeuten

Auf einen Zoom zum Thema „Einstimmung in die Adventszeit“ hatte ich eigentlich keine Lust, denn mit der Adventszeit, und erst recht mit einer „besinnlichen…

Dem Bauchgefühl vertrauen: Was ich durch einen verlorenen Koffer über meine Intuition gelernt habe

Durch das Schneechaos in der letzten Woche ging unser Koffer, auf dem Rückflug von Hamburg nach München, verloren. Das war erst mal das kleinere Übel, denn…

Einblick in meine Themen-Notizbücher

Ich bin eine auditive Versagerin. Zumindest beim Lernen und Merken von wichtigen Informationen. Gehörtes Wissen geht in der Regel zum einen Ohr rein und zum…

Jahresrückblick 2023: Veränderungen und viel innere Arbeit

Ich liebe den Jahresrückblick, den BLICH ZURÜCK NACH VORN, wie ich ihn gerne nenne. Aus dem „Sommer der Veränderung“ ist ein Jahr der Veränderung geworden…